Japaner im Sammelwahn Hello Kitty ist sein Leben

Masao Gunjis Leben dreht sich um eine kleine Katze: Mehr als 10.000 Hello-Kitty-Figuren hat der Ex-Polizist angesammelt - Weltrekord. Seine Frau trägt es mit Fassung.

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"Sie ist ja so süß. Alles an Kitty ist niedlich", sagt Masao Gunji. Der 67 Jahre alte Japaner hat über 30 Jahre mehr als 10.000 Hello-Kitty-Figuren und andere Produkte mit dem Motiv angesammelt. Gekostet hat ihn das bislang umgerechnet rund 155.000 Euro. Weil sein Wohnhaus östlich von Tokio für die Hello-Kitty-Sammlung zu klein war, ließ Gunji der Figur 2013 nebenan eigens ein rosarotes Kitty-Haus bauen. Dort verbringt er die meiste Zeit des Tages.

Im vergangenen Jahr brachte ihm die Sammlung einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde. Um den gigantischen Aufwand in Grenzen zu halten, schleppten er und seine Frau 5250 ausgewählte Stücke zur Prüfung heran. Weil der einen oder anderen Kitty die berühmte Schleife fehlte, wurden nur 5169 Stücke anerkannt. Das reichte aber immer noch locker, um den vorherigen Rekord einer Landsfrau zu brechen, die 4590 Hello-Kitty-Teile angehäuft hatte.

Gunjis Frau Yoshiko beweist Leidensfähigkeit. Anfangs sei sie gar nicht begeistert gewesen, sagt die 76-Jährige. Sie sei kein Kitty-Fan. Aber ihr Mann gebe sich nun mal solche Mühe und sei glücklich dabei. "Meine Frau hat resigniert und sagt nichts mehr", sagt Gunji.

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Weltrekord: Ein Leben mit Hello Kitty

Jeden Morgen, wenn Gunji sein Kitty-Haus betritt, begrüßt er seine Kitty-Figuren. "Sie ist so süß. Das tröstet mich", sagt der 67-Jährige. Besonders von ihren Augen ist der pensionierte Polizist angetan. "Kitty hat ja keinen Mund, aber mit den Augen spricht sie mich an", sagt Gunji und hält eine Figur im Arm. "Wenn ich traurig bin, sieht Kitty auch traurig aus. Wenn ich fröhlich bin, sieht sie auch fröhlich aus".

Angefangen hatte alles vor 30 Jahren auf einem Betriebsausflug, wo er ein Hello-Kitty-Mitbringsel erwarb. "Ich konnte nicht mehr aufhören, Kitty zu sammeln". Oft bekommt Gunji in seinem Kitty-Haus Besuch von anderen Fans, die teils von weither anreisen. Obwohl auch das Kitty-Haus inzwischen zum Bersten voll ist, sammelt der frühere Polizist weiter. "Alle drei bis sechs Monate kommen neue Kitty-Produkte auf den Markt. Immer wenn es etwas Neues gibt, kaufe ich es", sagt er. Dann ruft ihn ein Kaufhaus, das Kitty-Produkte vertreibt, eigens an. Das Geld? Ist ihm egal.

ulz/dpa

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