Japan nach der Katastrophe: Zerstörung, damals und heute

Wo einst Häuser standen, ist heute Brachland: Ein halbes Jahr nach der Tsunami-Katastrophe zeigen Fotos die Lage in verwüsteten japanischen Orten. Die Bilder dokumentieren kleine Fortschritte - und lassen erahnen, welche Aufgaben noch vor dem Land liegen.

Verwüstete Orte: Die Fortschritte in Japans Katastrophengebiet Fotos
AP / Kyodo News

Tokio - Fast sechs Monate ist es her, dass ein Erdbeben und ein Tsunami große Teile der japanischen Ostküste verwüsteten. Es wird noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern, bis das Land sich von der Zerstörung erholt hat - von den Langzeitfolgen an der Atomruine Fukushima ganz abgesehen.

Jenseits der Sperrzone um das havarierte Atomkraftwerk geht das Aufräumen weiter - langsam, aber stetig. Nun veröffentlichte Bilder dokumentieren den Fortschritt der Arbeiten. Die Fotos zeigen immer denselben Ort aus derselben Perspektive - direkt nach der Katastrophe, am 3. Juni und nun, Anfang September.

Die Fotos sind Dokumente des Fortschritts. Auf ihnen ist zu sehen, dass Trümmer beiseite geräumt, Straßen gesäubert und Gebäude wieder instand gesetzt wurden. Sie zeigen aber auch, dass die betroffenen Orte von ihrem Zustand vor der Katastrophe noch weit entfernt sind.

Im Ort Otsuchi spülte der Tsunami ein Schiff auf ein Hausdach. Im Juni ist das Boot verschwunden - ebenso wie ein zweites Gebäude, das offenbar abgerissen wurde. Und in der aktuellsten Aufnahme ist der ganze Schutt verschwunden - Pflanzen wuchern auf dem Grundstück.

Besonders deutlich wird der Fortschritt am Flughafen Sendai. Bild eins zeigt das Terminalgebäude, wie es komplett von Wasser umspült ist. Auf dem zweiten, dem Juni-Bild, ist der Flughafen trockengelegt, aber auf dem Rollfeld keine Maschine zu sehen. Nun, im September, sieht alles wieder nach normalem Flugverkehr aus.

Japans neuer Premierminister verbeugt sich vor AKW-Arbeitern

Damit stellt der Flughafen die Ausnahme dar. Vielerorts ist bisher lediglich der grobe Schutt weggeräumt. Und die Lage am AKW Fukushima bleibt angespannt. Am Donnerstag reiste Japans neuer Regierungschef Yoshihiko Noda erstmals seit seinem Amtsantritt vor einer Woche in die Katastrophenprovinz. Noda besuchte die Unterkünfte der Arbeiter, die seit Monaten versuchen, das Atomkraftwerk zu stabilisieren, berichtete die Nachrichtenagentur Jiji Press. Er äußerte seinen Dank und verbeugte sich vor Hunderten Arbeitern.

Noda übernahm am Freitag die Führung der Regierung, nachdem sein Vorgänger Naoto Kan wegen der Kritik an seinem Katastrophenmanagement seinen Rücktritt eingereicht hatte. Bei seiner Vereidigung sagte Noda, "ohne die Wiedergeburt Fukushimas wird es keine Wiedergeburt Japans geben".

ulz/AFP/dapd

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