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Japan: Schweres Erdbeben vor der Küste Okinawas

Ein Erdstoß der Stärke 6,9 hat eine Inselgruppe südlich von Japan erschüttert. Die Behörden warnten zunächst vor einem Tsunami. Opfer und größere Schäden gab es offenbar nicht.

Tokio - Ein starkes Erdbeben hat am Samstag die südjapanische Insel Okinawa erschüttert, aber offenbar keine größeren Schäden verursacht. Die Bebenwarte des Landes gab die Stärke mit 6,9 an, die US-Erdbebenwarte ermittelte eine Stärke von 7,3.

Das Beben ereignete sich um 5.31 Uhr Ortszeit am frühen Samstagmorgen (21.31 Uhr MEZ am Freitagabend) etwa 80 Kilometer südöstlich von Okinawa. Die Insel liegt ungefähr 1600 Kilometer südlich von Tokio.

Berichte über Opfer lagen der örtlichen Polizei nicht vor, wie japanische Medien berichteten. An zwei Stellen in der Inselhauptstadt Naha seien Wasserleitungen gerissen. Hinweise auf größere Schäden gab es jedoch zunächst nicht. Bewohner berichteten, dass die heftige Erschütterung erstaunlich lange angehalten habe.

Das japanische Wetteramt gab zunächst eine Tsunami-Warnung für die südjapanische Insel Okinawa heraus, die jedoch später wieder aufgehoben wurde. An der Küste wurden kleinere Wellen mit einer Höhe von zehn Zentimetern festgestellt.

Das Zentrum des Erdstoßes lag nach Angaben der amtlichen Meteorologen vor der Küste Okinawas in nur zehn Kilometern Tiefe. Die örtlichen Behörden warnten die Bevölkerung, nicht zu nahe an die Küsten zu gehen.

Japan liegt in einer Region, die wegen ihrer tektonischen Beschaffenheit besonders häufig von Erdbeben betroffen ist. 1995 kamen bei einem Beben der Stärke 7,2 in der westlichen Hafenstadt Kobe rund 6400 Menschen ums Leben.

lgr/AP/AFP/dpa/Reuters

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Erdbebenstärken
Die Richterskala
Die Stärke eines Erdbebens wird mit Hilfe der Richterskala und anderer Skalen beschrieben. Der jeweils angegebene Wert, die Magnitude , kennzeichnet dabei die freigesetzte Energie.

Mittels Seismografen werden die Maximal amplituden (also die Ausschläge der Nadel) bestimmt, die umgerechnet von Erdbeben in 100 km Entfernung erzeugt worden wären. Der dekadische Logarithmus der gemessenen Maximalamplituden ergibt die Magnitude. Die Erhöhung der Magnitude um 1 bedeutet dabei eine 33-fach höhere Energiefreisetzung – ein Erdbeben der Magnitude 5,0 ist also 33-mal so stark wie eines der Magnitude 4,0. Die Skala wurde 1935 von Charles Francis Richter und Beno Gutenberg am California Institute of Technology entwickelt.

Genau genommen werden Erdbebenstärken jedoch heute in der Moment-Magnituden-Skala angegeben. Sie berücksichtigt neben der Energie auch die Größe des gebrochenen Gesteins. Die Bruchfläche lässt sich aus der Erdbebenmessung vieler Seismografen berechnen.
Die Auswirkungen
Grob lassen sich die typischen Effekte der Erdbeben in der Nähe des Epizentrums folgendermaßen beschreiben:
  • - Stärke 1-2: nur durch Instrumente nachweisbar
  • - Stärke 3: nur selten nahe dem Epizentrum zu spüren
  • - Stärke 4-5: 30 Kilometer um das Zentrum spürbar, leichte Schäden
  • - Stärke 6: mittelschweres Beben, Tote und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen
  • - Stärke 7: starkes Beben, das zu Katastrophen führen kann
  • - Stärke 8: Groß-Beben
Weltweit ereignen sich jährlich etwa 50.000 Beben der Stärke drei bis vier, 800 der Stärke fünf oder sechs und durchschnittlich ein Groß-Beben. Das stärkste auf der Erde gemessene Beben hatte eine Magnitude von 9,5 und ereignete sich 1960 in Chile .


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