Japan-Ticker Atombehörde warnt vor radioaktivem Regen

In Lebensmitteln aus Fukushima wurde erhöhte Radioaktivität nachgewiesen, auch das Trinkwasser ist verseucht. In Onagawa, dem Dorf, das der Tsunami völlig zerstörte, suchen Überlebende noch immer nach ihren Angehörigen. Die wichtigsten Ereignisse des Tages im Nachrichtenticker.

Außenminister von Japan, China und Südkorea: AKW-Pakt
REUTERS/ Kyodo

Außenminister von Japan, China und Südkorea: AKW-Pakt


Eine Zusammenfassung der aktuellen Lage finden Sie hier.

+++Wichtige Hilfsgüter in Japan angekommen+++

[02.59 Uhr] Das Ausland hat Decken und weitere Hilfsgüter für rund 360 000 Erdbeben- und Tsunamiopfer in den Notunterkünften nach Japan geschickt. Wie Kyodo berichtet, trafen Hilfsgüter aus 13 Ländern ein, darunter 25.000 Decken aus Kanada, 30.000 Reispäckchen sowie 230.000 Wasserflaschen aus Südkorea und 500 Stromgeneratoren aus Taiwan. Insgesamt wurden nach Angaben der japanischen Behörden bereits 110.000 Decken aus dem Ausland geschickt. Sie sollen den Flüchtlingen helfen, die Kälte zu überstehen.

+++Regierung und IAEA sprechen von Fortschritten+++

[02.06 Uhr] Die Lage im Kraftwerk Fukushima 1 scheint sich etwas stabilisiert zu haben. Es habe Fortschritte gegeben, doch für Entwarnung sei es noch zu früh, hieß es bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien. Es könne immer noch etwas Unerwartetes geschehen. Auch Regierungssprecher Edano berichtete, die Lage in den Reaktorblöcken 1, 2 und 3 habe sich stabilisiert.

+++Temperaturen fast auf Normalniveau+++

[01.51 Uhr] Die Temperaturen in den Reaktorblöcken 5 und 6 sind offenbar fast wieder auf normalem Niveau. Das berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf Fukushima-Betreiber Tepco.

+++Kühlsystem an Reaktor 6 läuft wieder+++

[01.12 Uhr] Nach Reaktor 3 kümmern sich die Einsatzkräfte nun um Nummer 4. Sie haben begonnen, Wasser auf den schwer beschädigten Reaktor zu spritzen, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo. Demnach wurde das Kühlsystem im Reaktor 6 wieder in Gang gesetzt, sobald die Stromversorgung wiederhergestellt worden war. Anschießend sei die Temperatur in einem überhitzen Kühlbecken gesunken, wie die Agentur unter Berufung auf den Kraftwerksbetreiber Tepco weiter berichtete.

+++Feuerwehrleute beenden Löscheinsatz+++

[22.49 Uhr] Japanische Feuerwehrleute haben nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo nach rund 13 Stunden ihren Einsatz im Krisen-Atomkraftwerk Fukushima Eins beendet. Zuvor hatten sie mit Spezialfahrzeugen Tonnen von Meerwasser auf Reaktor 3 und 4 gesprüht. Inzwischen soll die Temperatur im Kühlbecken von Block 6 gesunken sein.

Am Sonntag soll einer der schwer beschädigten Reaktoren wieder mit Strom versorgt werden. Kraftwerksbetreiber Tepco will versuchen, zunächst Reaktor 2 wieder an die Stromversorgung anzuschließen, meldete Kyodo. Bevor es dazu kommt, sollen die Kühl-Anlagen des Meilers noch überprüft werden.

+++Russland bietet Japan Energielieferungen an+++

[20.08 Uhr] Russland hat angeboten, eigentlich für Europa bestimmtes Flüssiggas nach Japan zu transportieren. Im Gegenzug könne die über Pipelines nach Europa strömende Erdgas-Menge erhöht werden. Ein Sprecher von Ministerpräsident Wladimir Putin sagte, Russland werde das Vorhaben in Kürze mit der Europäischen Union besprechen. Putin erklärte, Japan könne sich an zwei sibirischen Gasfeldern beteiligen. Diese hätten zusammen Gasreserven im Volumen von 3,2 Billionen Kubikmetern, was mehr als dem weltweiten jährlichen Verbrauch entspreche.

+++Japans Atombehörde warnt vor radioaktivem Regen+++

[19.20 Uhr] Im Nordosten Japans werden für Sonntag und Montag Niederschläge erwartet. Deshalb fordert die japanische Atomenergiebehörde die Menschen in der Krisenregion auf, im Haus zu bleiben. Der Regen könnte mit radioaktiven Partikeln versetzt sein. Nur in Notfällen solle man nach draußen gehen und dann Haut und Haare bedecken. Trotz der Warnung bestehe nach Angaben der Behörde besteht keine Gesundheitsgefahr, selbst wenn Menschen dem Regen ausgesetzt seien.

Die Zahl der Tsunami- und Erdbeben-Opfer hat sich weiter erhöht. Nach Polizeiangaben wurden inzwischen 7320 Leichen geborgen. 11.370 Menschen würden noch vermisst, meldet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

+++Sechs Fukushima-Arbeiter haben zu viel Strahlung abbekommen+++

[17.21 Uhr] Bei sechs Männer, die am Atomkraftwerk Fukushima einsetzt waren, wurden mehr als 250 Millisievert gemessen, teilte die Nachrichtenagentur Kyodo mit Verweis auf den Kraftwerksbetreiber Tepco mit. Damit lag ihre Strahlenbelastung über dem Grenzwerte. Welche Aufgaben die Arbeiter hatten, sagte das Unternehmen nicht.

Wegen der Katastrophe hatte das Gesundheitsministerium den Grenzwert für Arbeiter an dem zerstörten Kraftwerk von 100 auf 250 Millisievert hochgesetzt. In Deutschland gilt für Menschen, die beruflich etwa in einem Atomkraftwerk Strahlung ausgesetzt sind, ein Grenzwert von 20 Millisievert pro Jahr. Für alle anderen Menschen, die beruflich künstlicher Strahlenbelastung ausgesetzt sind, liegt die erlaubte Jahresdosis bei 1 Millisievert.

+++Japan wägt Lebensmittelstopp aus Fukushima noch ab +++

[17.13 Uhr] Japan erwägt nach Angaben der IAEA, den Verkauf von Lebensmittelprodukten aus der Präfektur Fukushima zu stoppen. Die Uno-Behörde korrigiert laut Reuters mit dieser Meldung ihre früheren Angaben vom Mittag. Sie hatte berichtet, das Verbot gelte bereits. Begründet wurde die Maßnahme mit radioaktiven Jod in der Nahrung, die kurzfristig die Gesundheit gefährden könnte.

+++Strahlung im Trinkwasser um Fukushima erreicht bedenklichen Wert+++

[16.30 Uhr] Behörden haben im Leitungswasser nahe des Kraftwerks Fukushima erhöhte Werte von Radioaktivität nachgewiesen. Die Werte hätten den empfohlenen Wert überstiegen, über dem man das Wasser nicht mehr trinken sollte. Der Kontakt mit radioaktivem Jod kann zu einem erhöhten Krebsrisiko führen. Der Stoff lagert sich insbesondere in der Schilddrüse ein. Zuvor war bereits in der Millionenmetropole Tokio radioaktive Belastung im Leitungswasser gemessen worden - dort allerdings nach offiziellen Angaben unterhalb der Grenzwerte.

+++Überlebende des Tsunamis suchen verzweifelt nach Angehörigen+++

[15.43 Uhr] Das Dorf Onagawa wurde vom Tsunami ausgelöscht - doch noch immer suchen Menschen dort in den Schuttbergen nach Überlebenden, berichtet die Nachrichtenagentur dapd. In den Ruinen von Onagawa ruft ein Junge nach seiner Mutter - vergeblich. Er schafft Holzbalken und Eisenstangen beiseite, durchwühlt den Schutt, der einmal sein Haus war. Doch seine Mutter ist nicht da.

Tayo Kitamura ist aus dem Süden nach Onagawa gekommen, um ihre Mutter zu suchen. Sie findet nur eine Ruine, wo einst ihr Haus war. Eine vorbeigehende Gruppe Feuerwehrleute durchsucht die Trümmer und birgt eine Leiche.

"Sie ist es", sagt Kitamura leise.

"Wenigstens haben Sie sie gefunden", sagt ein Mann, der die Szene beobachtete. "So haben Sie wenigstens Gewissheit."

Kitamura nickt stumm, umarmt ihre Mutter und beginnt zu weinen.

+++Demonstration gegen AKW-Bau in der Türkei+++

[15.13 Uhr] Angesichts der Atomkatastrophe in Japan haben Umweltaktivisten gegen den geplanten Bau eines Atomkraftwerks im Süden der Türkei demonstriert. Der designierte Standort in Akkuyu befinde sich in einer potenziellen Erdbebenzone, erklärten die rund 50 griechischen und türkischen Zyprer. Sollte die Anlage bei einem Beben beschädigt werden, könnte das 100 Kilometer entfernte Zypern gefährdet sein. Die Regierung will trotz der Nuklearkatastrophe in Japan bis 2013 das erste AKW des Landes bauen lassen.

+++IAEO-Funktionär nennt Atomkraft beneidenswert sicher+++

[15.02 Uhr] Der Ausspruch wirkt nicht wirklich zeitgemäß: Kernenergie sei "beneidenswert" sicher, sagte Graham Andrew, Funktionär der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEO, nach Angaben der japanischen Zeitung "Asahi Shimbun" auf einer Pressekonferenz. Die Risiken könnten "nie auf Null reduziert werden". Er reagierte damit auf Anschuldigungen eines russischen Experten für Nuklearunfälle, der der IAEO vorgeworfen hatte, keine Lehren aus dem Reaktorunfall von Tschernobyl vor 25 Jahren gezogen zu haben.

+++Bundesregierung trifft Maßnahmen zum Strahlenschutz+++

[14.45 Uhr] Da eine radioaktive Belastung der Außenhülle von Flugzeugen, die direkt aus Japan kommen, nicht ausgeschlossen werden kann, werden Vorbereitungen zur Messung und gegebenenfalls Dekontamination von Flugzeugen getroffen. Das teilte das Bundesumweltministerium in einer E-Mail mit. Man bereite eine Eilverordnung zur Festlegung von Grenzwerten für Flugzeuge vor. Diese sei dann den Messungen an aus Japan eintreffenden Flugzeugen zu Grunde zu legen. Einige Unternehmen - wie die Lufthansa - prüfen ihre Maschinen aus Japan allerdings ohnehin schon auf Strahlung.

Die Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz der Europäischen Kommission habe zudem empfohlen, Lebens- und Futtermittel, die aus Japan importiert werden, auf Radioaktivität zu untersuchen. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz habe diese Empfehlung an die Länder weiter geleitet. Güter wie Fahrzeuge und Unterhaltungselektronik, die aus Japan nach Deutschland kommen, werde man stichprobenartig auf Radioaktivität überprüfen. Entsprechende Anweisungen vom Bundesfinanzministerium seien an den Zoll ergangen.

+++Radioaktivität im Leitungswasser fünf weiterer Präfekturen+++

[14.17 Uhr] Nicht nur in Tokio, auch in fünf anderen Präfekturen wurde nach Angaben der Regierung ein erhöhter Wert von Radioaktivität im Leitungswasser nachgewiesen - und zwar in Gunma, Tochigi, Saitama, Chiba und Niigata. In Gunma enthielten Proben pro Kilogramm Wasser für Jod-131 eine Aktivität von 2,5 Becquerel, für Caesium-137 einen Wert von 0,22 Becquerel, und für Caesium-134 waren es 0,16 Becquerel .

Zum Vergleich: Die deutschen Grenzwerte für Milch und Säuglingsnahrung liegen deutlich höher - bei 370 Becquerel Cäsium 134/137 pro Liter. Die Regierung gibt an, es sei ungefährlich das Wasser zu trinken - die Bevölkerung dürfte die Meldung dennoch zusätzlich verunsichern. Eine Erläuterung, was die Bezeichnung Becquerel bedeutet, finden Sie hier.

+++Japan, China und Südkorea schließen AKW-Sicherheitspakt+++

[14.05 Uhr] Nach Angaben von BBC haben die Außenminister von Japan, China und Südkorea sich darauf geeinigt, zukünftig enger in den Bereichen AKW-Sicherheit und Katastrophenvorsorge zusammenzuarbeiten.

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Unglücks-AKW: Wasser marsch in Fukushima
+++Überblick: Zustand der Reaktoren in Fukushima+++

  • Reaktor 1: Stromkabel sind verlegt. Wasserpumpen sollen bald angeworfen werden und für Kühlung sorgen. Ob die Geräte noch funktionieren, ist unklar.
  • Reaktor 2: Stromkabel sind verlegt, es ist unklar, ob die Kühlung noch funktioniert. Die innere Reaktorhülle ist beschädigt, Radioaktivität tritt aus.
  • Reaktor 3: Wasserwerfern haben zur Kühlung mehr als 1000 Tonnen Meerwasser auf den Reaktor gespritzt. Mit Erfolg, sagt die Regierung. Die Brennelemente des Reaktors enthalten hochgefährliches Plutonium. Das Kühlsystem ist ausgefallen, die innere Reaktorhülle soll noch intakt sein.
  • Reaktor 4: Wasserwerfer sollen den Reaktor kühlen. Durch Explosionen klaffen Löcher in der Außenwand des Gebäudes, das Dach ist zerstört. Radioaktivität tritt aus einem Abklingbecken aus.
  • Reaktoren 5 und 6: In die Dächer beider Reaktoren-Gebäude wurden Löcher gebohrt. Dadurch soll Wasserstoff entweichen, um Explosionen vorzubeugen. Brennelementebecken werden mit Notstrom aus Dieselgeneratoren gekühlt.

+++Deka-Bank rechnet mit Schäden von mehr als 135 Milliarden Euro+++

[14.02 Uhr] Die Dekabank mit hohen Kosten für die japanische Volkswirtschaft. Die Ökonomen gehen von Schäden in Höhe von mehr als 135 Milliarden Euro aus, berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf eine Analyse der Bank. Die Kosten entsprächen 3,2 Prozent der Wirtschaftsleistung Japans.

Ein Super-GAU im japanischen Atomkraftwerk Fukushima würde das globale Wachstum um einen Prozentpunkt abschwächen, heißt es in der Studie weiter. Bei einer Verstrahlung in einem Umkreis von 300 Kilometern wären rund 40 Prozent von Japans Wirtschaftsleistung beeinträchtigt.

+++Deutlich erhöhte Strahlung am Rande der Evakuierungszone+++

[13.40 Uhr] Die Strahlung rund 30 Kilometer nordwestlich von Fukushima ist am Freitag zeitweise 0,15 Millisievert gestiegen - so viel wie ein Mensch bei beim Röntgen seines Brustkorbs abbekommt. Das teilte das japanische Forschungsministerium mit. Amerikanische Spezialflugzeuge führten Messungen über Fukushima durch; der stellvertretende US-Energieminister Daniel Poneman sagte, das Ergebnis stütze die Empfehlung Washingtons, dass sich Menschen nicht im Umkreis von 80 Kilometern um das Atomkraftwerk aufhalten sollten.

+++ Welthöchster Fernsehturm in Tokio vollendet +++

[13.35 Uhr] Als hätte es das Mega-Erdbeben vor einer Woche nicht gegeben: In Tokio haben japanische Bauarbeiter den neuen Fernsehturm "Tokyo Sky Tree" mit einer Weltrekordhöhe vollendet. Die geplante Höhe von 634 Metern sei jetzt erreicht worden, meldet die Betreiberfirma Tokyo Sky Tree Co auf ihrer Website.

Tokyo Sky Tree: Rekordbau vollendet
REUTERS

Tokyo Sky Tree: Rekordbau vollendet

+++Premier veröffentlicht Anti-Panik-PDF auf Twitter+++

[13.27 Uhr] Das Büro des japanischen Premierministers bemüht sich nach Kräften, eine Panik in der Bevölkerung zu vermeiden. Auf seinem Twitterkanal hat das Büro jetzt eine Art Anti-Panik-PDF veröffentlicht: Es zeigt in bunten, niedlichen Bildern, welchen Strahlungsdosen Menschen bei Röntgenaufnahmen oder Langstreckenflügen ausgesetzt sind - die Nachrichten über Fukushima sollen so in Relation gesetzt werden.

insgesamt 143 Beiträge
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GinaBe 19.03.2011
1. Ist es denn ein Wunder?
Ein wenig mutet der Fortgang der Katastrophe von Fukushima wie diese von Tschernobyl von vor 25 Jahren an. Genau erinnere ich mich an jene selbigen Warnungen, dem vor verstrahlten Spinat und Salat, den Pilzen und vor Fleisch von Wildtieren. Meine Tochter konnte nicht mehr auf dem Spielplatz im Sand spielen, der dann auf den öffentlichen Plätzen abgetragen und ausgetauscht wurde. Noch ist die Gefaht nicht gebannt, noch kann es zu einer erneuten Explosion kommen dort im fernen, oder doch so nahen Japan. Es ist auch nicht nur 1 Reaktor betroffen, sondern in Wirklichkeit sind 6 Reaktoren beschädigt, was schlicht auf ein äußerst reduziertes Risikobewußtsein der Bereiber schließen läßt und einer ganzen Erden- Lebens- Welt, der die Verantwortung für menschliches Handeln hinsichtlich der höher bewerteten Gewinnmaximierung in gleichgültig welchen "Feldern" schlicht und ergreifend abhanden gekommen ist. Aufgabe kann es nun lediglich sein, diese verschütteten Kompetenzen der Verantwortlichkeit für mögliche Folgen für irdisches Leben wieder an die Vorderseite des Bewußtseins zu ziehen.
inko.gnito 19.03.2011
2. Titel gibt es in Bayreuth
Wie überaus überraschend. Ich habe kein Verständnis für das permanente Befeuern von Angst. Es ist doch bekannt, daß dort seit Tagen regelmäßig radioaktives Material austritt. Da ist es wirklich nicht verwunderlich, daß man am Boden etwas findet. Journalistisch interessant wird die Sache doch erst, wenn die Reaktoren wieder unter Kontrolle sind, was hoffentlich bald geschieht. Dann wird man sehen, wie Betreiber und Verwaltung mit dem Thema umgehen, welche Grenzwerte man setzt und auf welche Tricks man in der Folge kommt.
Wahrheitsliebend 19.03.2011
3. Mangold
Dann empfehle ich auf Mangold umzusteigen.Schmeckt fast noch besser.
hansgrahner 19.03.2011
4. Spinat, Spinat
Wie wäre es, Tschnernobyl und die japanische Katastophe mit wirklich wichtigen Daten zu vergeleichen: Tschernobyl: 2t Kernbrennstäbe. Von diesen 2t waren 2,4 % spaltbares Material. Fukushima: In den Abklingbecken der Reaktoren von Fukushima I lagern derzeit folgende Mengen an abgebranntem Kernbrennstoff: Reaktor 1: 50 t (292 Brennstäbe) Reaktor 2: 81 t (471 Brennstäbe) Reaktor 3: 88 t (514 Brennstäbe) Reaktor 4: 135 t (783 Brennstäbe) Reaktor 5: 142 t (826 Brennstäbe) Reaktor 6: 151 t (876 Brennstäbe) Insgesamt handelt es sich um 647 t Brennstäbe mit einem Anteil von 4% spaltbarem Material. In Tschernobyl mußte man 2400 t Blei, 1800 t Sand, 800 t Dolomit, 40 t Borkarbit sowie Tonnen flüssigen Stickstoff über den Reaktor schütten. Der Vergleich zeigt, dass es einigermaßen irrelevant ist, sich um Spinat Sorgen zu machen.
Fritz Katzfuß 19.03.2011
5. Wortwahl
Muss man nicht wirklich langsam zugeben, dass man nicht "gegen", sondern "mit" dem Supergau kämpft? Er ist da, es geht nur um die Minimierung siner Folgen. Die geschieht hauptsächlich ind er Berichterstattung, nehme ich an. Die Wahrheit kommt quälend langsam ans Licht, aber sie kommt. Freilich zu spät.
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