Japanische Insel Vulkan schleudert Aschewolke mehr als neun Kilometer in die Höhe

Der Vulkan Shindake auf der japanischen Insel Kuchinoerabu ist ausgebrochen und hat eine riesige Aschewolke gen Himmel geschleudert. Die Bewohner sollen das Eiland verlassen - die Behörden warnen vor einem weiteren Ausbruch.


Mit einer spektakulären Explosion ist im Südwesten Japans der Vulkan Shindake ausgebrochen. Mehr als neun Kilometer türmten sich die dicken schwarzen Aschewolken über dem Krater auf der Insel Kuchinoerabu in den Himmel, wie Videobilder im japanischen Fernsehen zeigen. "Es gab einen lauten Knall, und sofort stieg schwarzer Rauch auf", sagte Einwohner Nobuaki Hayashi dem Fernsehsender NHK. Asche fiel auf den Berg und den Hafen der Insel und färbte ihn ein.

Bislang ist von einem Opfer die Rede. Ein 72-Jähriger erlitt Verbrennungen im Gesicht. Die Behörden riefen die Bewohner auf, die Insel zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. "Extreme Vorsicht" sei geboten. Die Insel ist nur über zwei Wasserrouten zu erreichen. Am frühen Morgen erreichte eine Fähre von der Nachbarinsel Yakushima den Hafen, um Bewohner und Besucher in Sicherheit zu bringen.

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Vulkanausbruch in Japan: Aschewolke über Kuchinoerabu

Auf Kuchinoerabu, rund hundert Kilometer südlich der Hauptinsel Kyushu gelegen, leben 137 Menschen. Die Regierung richtete einen Krisenstab ein. Die Küstenwache schickte ein Patrouillenschiff in die Region.

Ein Strom aus vulkanischer Asche und Gasen glitt den Hang des 650 Meter über dem Meeresspiegel aufragenden Vulkans herab und erreichte die Küste, wie die Meteorologische Behörde in Japan mitteilte. Eine Bewohnerin sagte, sie sei nach dem explosionsartigen Ausbruch sofort zu einer Schutzunterkunft gerannt. Wie sie fanden die meisten der Inselbewohner dort vorerst Zuflucht, wie ein Regierungssprecher bekannt gab.

Die Fluggesellschaft All Nippon Airways teilte mit, vorsorglich würden Flüge nach Okinawa und Südostasien umgeleitet; es sollten aber keine Verbindungen gestrichen werden.

Die Meteorologische Behörde warnte vor einer weiteren möglichen Eruption des Vulkans. Zuletzt war er im vergangenen August ausgebrochen. Damals mussten 87 Menschen fliehen. 1933 waren bei einem Ausbruch mehrere Menschen gestorben.

ulz/dpa/Reuters



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