Starkregen in Japan Zahl der Todesopfer durch Überflutung steigt

Heftige Regenfälle haben in Japan zu Erdrutschen und Überschwemmungen geführt. Mindestens 80 Menschen sind dabei ums Leben gekommen. In mehreren Gebieten sind Personen von den Wassermassen eingeschlossen.

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Dutzende Tote, auf Hausdächern auf Rettung wartende Menschen und mit Schlammmassen überzogene Straßenzüge - heftige Regenfälle haben in Japan schwere Zerstörungen angerichtet. Mehr als 80 Menschen sind dabei ums Leben gekommen. 56 weitere Personen werden noch vermisst. Zudem wurden laut Katastrophenschutz etwa hundert Menschen in den am meisten betroffenen Regionen im Westen des Landes verletzt.

Regierungschef Shinzo Abesprach von einem "Wettlauf gegen die Zeit" bei der Rettung der Menschen aus den überfluteten Gebieten.

In Tokio rief Regierungschef Abe die zuständigen Minister zu einer Krisensitzung zusammen. "Die Hilfseinsätze, die Rettung von Leben und die Evakuierungen sind ein Wettlauf gegen die Zeit", sagte er.

Tagelange Rekordregenfälle im Zuge eines Taifuns lösten besonders im Westen des Landes Überschwemmungen und Erdrutsche aus. Dutzende Häuser wurden zerstört und Tausende weitere überschwemmt. Züge entgleisten, Brücken stürzten ein, Straßen wurden fortgespült. Bei Tokio gab es zudem am Samstag ein Erdbeben der Stärke 5,9.

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Überflutung in Japan: "Die Zeit läuft ab"

Wegen der Unwetter waren vorab mehr als zwei Millionen Einwohner aufgerufen worden, sich in Sicherheit zu bringen. Viele blieben aber dennoch in ihren Häusern und wurden dort von Wasser- und Schlammmassen eingeschlossen. Rettungskräfte versuchten zu Menschen zu gelangen, die sich auf Hausdächer gerettet hatten und durch das Schwenken weißer Tücher auf sich aufmerksam machten. Auch über den Kurzbotschaftendienst Twitter baten Hochwasseropfer um ihre Rettung.

In Kurashiki in der Präfektur Okayama waren rund 300 Menschen in einem Krankenhaus von Wassermassen eingeschlossen, darunter Säuglinge und alte Menschen. Es gebe keinen Strom und auch Trinkwasser und Nahrungsmittel seien knapp, sagte eine Krankenschwester dem Sender NHK. Die Patienten wurden nach und nach mit Hubschraubern und Booten in Sicherheit gebracht.

"Die Zeit läuft ab"

"Die Katastrophe ist riesig und wir arbeiten hart, um so viele Leben zu retten wie möglich", sagte der Sprecher der Katastrophenschutzbehörde von Okayama, Mitsunari Imawaka. "Die Zeit läuft ab", fügte er hinzu. Das Ausmaß der Schäden sei noch schwer einzuschätzen.

Ein Vertreter der Katastrophenschutzbehörde in der Präfektur Hiroshima sagte, die Rettungseinsätze würden "rund um die Uhr" fortgesetzt. Außerdem werde an der Wiederherstellung lebenswichtiger Infrastruktur wie Wasser- und Gasleitungen gearbeitet.

In der nahe Hiroshima gelegenen Stadt Mihara hörte der Regen am Sonntag auf und die Einwohner machten sich ein Bild vom Ausmaß der Katastrophe. "Ich weiß nicht, wo ich mit dem Saubermachen anfangen soll", sagte der 68-jährige Bauer Masanori Hiramoto. Die Stadt habe sich "in einen Ozean verwandelt", sagte der 82-jährige Nobue Kakumoto zu den Überschwemmungen in Mihara.

Wegen der Überschwemmungen mussten in der Region auch die Werke von japanischen Konzernen wie Panasonic und Mazda ihre Produktion aussetzen. Auch der Lieferdienst Amazon stellte die Arbeit ein.

Es handelt sich um die schlimmste durch Regenfälle ausgelöste Katastrophe in Japan seit 2014. Damals waren bei Erdrutschen in der Region Hiroshima 74 Menschen ums Leben gekommen.

asc/dpa/AP/Reuters



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