Jetzt wird's ernst CDU fordert Verbot von "Big Brother"

Fliegt Manu? Das ist eine Frage, die die Republik bewegt. Am späten Sonntagabend kommt es wahrscheinlich zum "Rauswurf per Plebiszit". So viel Basisdemokratie - zudem auf unterstem Niveau - ist Maria Böhmer, der stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, ein Dorn im Auge. Sie fordert: "Schluss mit 'Big Brother'!"


"Manu": Fliegt die "ständig lächelnde Norddeutsche" (Originaltext Big-Brother-Homepage) am Sonntagabend?

"Manu": Fliegt die "ständig lächelnde Norddeutsche" (Originaltext Big-Brother-Homepage) am Sonntagabend?

Hamburg - Kurz vor der nächsten Entscheidung im "Big Brother-Haus" am Ostersonntag hat die Union ein Verbot der umstrittenen RTL-II-Sendung gefordert. Die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Maria Böhmer, sagte der "Bild am Sonntag": "Ich fordere: Schluss mit 'Big Brother'!". Für die Pädagogik-Professorin steht fest: "Mit 'Big Brother' hat das deutsche Privatfernsehen einen neuen Tiefpunkt erreicht." Am Ostersonntag soll sich entscheiden, welche von drei nominierten Bewohnerinnen den Wohncontainer verlassen muss.

Manuela, Kerstin und Andrea waren von ihrer Gruppe nominiert worden. Klarer "Favorit" für den vorzeitigen Auszug zu Ostern ist die blonde "Manu", deren Rausschmiss schon unmittelbar nach der Nominierung von über 80 Prozent der Anrufer gefordert worden war. Zuvor hatten Kult-Bewohner Zladko und - freiwillig - Jona das Haus verlassen.

Maria Böhmer (CDU): Sie will, dass alle gehen
DPA

Maria Böhmer (CDU): Sie will, dass alle gehen

Rund um den Container wurde für Sonntagabend erneut mit Volksfest- Stimmung gerechnet. Die Zahl der Fans, die mit Sprechchören rund um den Zaun Sympathie oder Ablehnung äußern dürfen, soll aber auf 3000 begrenzt sein. Indessen gab eine klare Mehrheit der Deutschen (87 Prozent) in einer repräsentativen Umfrage an, nie bei einer TV-Show wie "Big Brother" mitmachen zu wollen. Neun Prozent wären hingegen dazu bereit, so die Erhebung des Meinungsforschungsinstituts "dimap" im Auftrag von "Bild" und dem MDR.

Am Ostersonntag soll die Show auch in Spanien starten. Im warmen Spanien sollen die Bewohner des Wohncontainers sogar in den Genuss eines Swimming-Pools kommen.

Die Show der niederländischen Produktionsfirma Endemol, bei der zehn Kandidaten bis zu 100 Tage bei permanent laufenden Kameras in einem Haus ausharren, soll voraussichtlich auch in den USA, Großbritannien, Polen und Portugal gezeigt werden.



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