Riesending-Schachtsystem Verletzter Forscher Johann Westhauser aus Höhle gerettet

Johann Westhauser ist wieder im Freien: Ein Rettungstrupp hat den in der Riesending-Schachthöhle verunglückten Forscher an die Oberfläche geholt - das Ende eines langen und dramatischen Einsatzes.

DPA

Berchtesgaden - Die Rettung des schwer verletzten Höhlenforschers Johann Westhauser ist geglückt. Helfer trugen ihn um 11.44 Uhr auf einer Trage aus der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden. "Der Verunglückte ist an die Oberfläche gebracht worden und wird notfallmedizinisch versorgt", heißt es in einer ersten kurzen Mitteilung der Bergwacht. Um 13.30 Uhr soll eine Pressekonferenz stattfinden.

Damit ist Westhauser zum ersten Mal seit Pfingstsonntag wieder im Freien. Damals war er in der Riesending-Schachthöhle verunglückt, als er bei einem Steinschlag in rund tausend Metern Tiefe ein Schädel-Hirn-Träuma erlitt.

Ursprünglich war die Rettung schon in der Nacht zum Donnerstag erwartet worden. Die Einsatzkräfte legten allerdings laut Bergwacht am frühen Morgen eine mehrstündige Pause ein. Gegen 5.30 Uhr machten sie sich auf den Weg. Die etwa 100 Kilogramm schwere Trage mit dem Schwerverletzten zogen sie über 180 Meter an Seilen frei schwebend senkrecht nach oben.

728 Helfer aus fünf Ländern beteiligt

Der Transport des Verletzten aus der Höhle hatte am vergangenen Freitag begonnen. Insgesamt waren nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) 728 Helfer aus fünf Ländern an der Aktion beteiligt. Am Mittwoch befanden sich etwa 60 Retter in der Höhle, vor allem aus Italien, aber auch Teams aus Kroatien, Österreich, der Schweiz und Bayern. Am Ausstieg der Höhle in rund 1800 Metern hatten sich Retter auf die Ankunft des Patienten vorbereitet. Ärzte und Hubschrauber standen bereit, eine mobile notfallmedizinische Station wurde eingerichtet. Der 52-jährige Westhauser arbeitet am Institut für Angewandte Physik des Karlsruher Instituts für Technologie. Er gehört zu den Entdeckern der Riesending-Höhle, die er seit Jahren erkundet hatte.

Unterdessen bedankte sich DRK-Präsident Rudolf Seiters, bei den Helfern der Bergwacht Bayern für ihren Einsatz. "Die erfolgreiche Rettungsaktion zeigt das hohe Ausbildungsniveau und die großartige Einsatzbereitschaft der ehrenamtlichen Helfer, die Tag und Nacht unermüdlich im Einsatz waren", sagte er einer Mitteilung zufolge.

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Von "einer der schwierigsten Rettungsaktionen in der Geschichte der Bergwacht" sprach Klemens Reindl, der Leiter des Einsatzes und Bundesleiter der Bergwacht. Vor allem der internationale Charakter des Einsatzes sei bemerkenswert gewesen.

In welches Krankenhaus Westhauser nun kommen wird, ist bislang nicht bekannt. Salzburg läge am nächsten. Aber es könnte auch eine Klinik in Süddeutschland sein - in Bayern oder Baden-Württemberg, wo Westhauser lebt. "Die Ärzte müssen entscheiden, in welche Klinik er geht", hatte Bergwacht-Sprecher Roland Ampenberger noch am Mittwochmittag betont. "Die wichtigen Kliniken, die infrage kommen, werden darauf eingerichtet sein, dass sie einen weiteren Patienten aufnehmen können."

rls/ulz/aki/hen/dpa

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insgesamt 143 Beiträge
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Seite 1
Hilfskraft 19.06.2014
1. ging ja flott
... flotter als vorhergeunkt. Vermutlich wurde auch auf dem Weg zur Oberfläche aus dem schweren Schädel-Hirntrauma eine einfache Gehirnerschütterung. War mal eine interessante Rettungsübung für die Medien und die Talkshows erhalten Frischfleisch.
Freidenker10 19.06.2014
2. optional
Ich hoffe das der Höhlenforscher für die Kosten seiner Rettung selbst aufkommt! Es kann nicht sein, sich selbst in größte Gefahr zu begeben und die halbe Nation an seiner Rettung zu beteiligen! Mich nervt sowas!
superlykos 19.06.2014
3. Danke
An alle Rettungskräfte und an die Begleiter!!!
baerry 19.06.2014
4. Toll
Tolle Leistung aller Beteiligten. Gute Besserung an den Verletzen und gute Erholung allen Rettern!
demokrat_de 19.06.2014
5. Danke! :)
Danke an alle Einsatzkräfte und Dr Westhauser nun gute Genesung! Super Leistung...
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