John-Lennon-Biographie "Er hob den Arm und schlug mir ins Gesicht"

Seinen Fans ist Beatles-Star John Lennon als sympathischer Träumer mit weichem Blick in Erinnerung. Lennons erste Ehefrau Cynthia zeichnet dagegen ein ganz anderes Bild von dem Musiker. John sei eifersüchtig und zugleich selbst untreu gewesen. Außerdem habe er sie geschlagen.


John Lennon im Jahre 1966: Eifersüchtig, gemein, herzlos
DPA

John Lennon im Jahre 1966: Eifersüchtig, gemein, herzlos

London - Die britische Zeitung "Sun" veröffentlichte heute Auszüge aus Cynthia Lennons Buch "John", das in Großbritannien am 27. September auf den Markt kommt.

"Ich konnte mit seinen Ausbrüchen fertig werden, der Eifersucht und der Besitzgier, aber nicht mit der Gewalt" schreibt Lennon. Noch während ihrer Studentenzeit sei John sehr eifersüchtig geworden, als er sie mit Stuart Sutcliffe tanzen gesehen habe, einem frühen Mitglied der Beatles. "Am nächsten Tag ist er mir zur Damentoilette im Keller gefolgt", berichtet die Autorin. "Als ich herauskam, wartete er dort mit einem düsteren Gesicht. Bevor ich etwas sagen konnte, hob er den Arm und schlug mir ins Gesicht."

Erst drei Monate später habe sich Lennon entschuldigt und sie gebeten, die Beziehung nicht zu beenden. "Obwohl er danach noch unfreundlich und gemein war, hat er nie wieder körperliche Gewalt gegen mich angewandt." In ihrem Buch führt Cynthia Lennon das Verhalten ihres Exmannes auf seine Kindheit zurück. Seiner Exfrau zufolge wurde Lennon von seiner Tante Mimi aufgezogen, nachdem seine Mutter das Sorgerecht für ihn verloren hatte. "Er wurde seiner Mutter weggenommen und in dieses kalte, strenge Haus mit wenig Zuneigung gebracht." Im Vorwort schreibt Julian Lennon, sein Vater sein ein großes Talent gewesen, habe seiner ersten Familie jedoch wenig Liebe entgegengebracht.

Cynthia traf John Lennon Ende der 50er Jahre in Liverpool, wo sie beide Kunst studierten. Sie heirateten 1962 und bekamen einen Sohn, Julian. Das Paar ließ sich 1968 scheiden. An dem Scheitern der Ehe war nach Cynthias Einschätzung der Drogenkonsum des Musikers Schuld, nicht seine wiederholte Untreue.



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