Jülich Fünf Menschen ersticken bei Brand

Fünf Menschen sind bei einem schweren Brand in einem Mehrfamilienhaus in Jülich bei Aachen erstickt. Ein zweijähriges Kind schwebte nach dem Kellerbrand weiter in Lebensgefahr. Seine beiden 31-jährigen Eltern und Geschwister im Alter von fünf und drei Jahren sowie eine 82-jährige Frau starben.


Fünf Tote bei Brand in Jülich
DPA

Fünf Tote bei Brand in Jülich

Jülich - Die Ursache blieb zunächst unklar. Unmittelbar nach der Tragödie wurde Kritik an einer unzureichenden Ausstattung des Kreises mit Rettungswagen laut.

Nach Ausbruch des Feuers um 3 Uhr im Keller war Panik unter den Bewohnern des Hauses ausgebrochen. Einige wollten über das verqualmte Treppenhaus fliehen. "Wären sie nicht in den Flur gegangen, hätten sie überleben können", sagte ein Feuerwehrsprecher. Die 35 Einsatzkräfte hatten den Kellerbrand nach zweieinhalb Stunden gelöscht. Die Ärzte kämpften am Donnerstag um das Überleben des zwei Jahre alten Kindes, nachdem bei ihm am Morgen eine Wiederbelebung gelungen war.

Das Landeskriminalamt wurde zur Ermittlung der Brandursache eingeschaltet. Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben bereits drei Minuten nach ihrer Alarmierung vor Ort. Bei den Rettungswagen soll jedoch nach Medienberichten erst Verstärkung aus anderen Kreisen gerufen worden sein. Nachbarn kritisierten, in dem Mietshaus seien trotz mehrfacher Bitten der Bewohner keine Feuerlöscher oder Rauchmelder angebracht gewesen.

Experten machten eindringlich auf die Gefahr durch Rauchgase aufmerksam. "Rauch ist gefährlicher als Feuer", sagte der Pressesprecher der Düsseldorfer Polizei, Heinz Engels. Von den etwa 600 bis 800 Brandtoten in Deutschland jährlich seien 95 Prozent Rauchopfer. "Schon zwei Atemzüge können tödlich sein", sagte Engels. Gerade Brände in Kellerräumen seien gefährlich. Der Brand steige schnell hoch und drücke von oben in die Wohnungen.



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