Jugendheimskandal in Hamburg Prügel, Psychopharmaka und gelesene Post

Seit Monaten beschäftigt der Streit um ein Jugendheim die Stadt Hamburg. Jetzt hat Sozialsenatorin Schnieber-Jastram schwere Fehler eingeräumt und Besserung gelobt.


Hamburg - "Es gab Vorfälle, die waren juristisch nicht in Ordnung", sagte die CDU-Politikerin heute. In einem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss hatte es eine Flut von Kritikpunkten gegeben. So sind mehrfach Jugendliche aus dem Heim geflohen, ihre Post wurde teilweise gelesen, einige bekamen Psychopharmaka verabreicht, es gab Prügeleien, außerdem wurden Jugendliche noch vor rechtskräftigen Beschlüssen von Gerichten in das Heim gesteckt und ein Telefongespräch mit einem Anwalt wurde mitgehört.

Schnieber-Jastram übernahm die politische Verantwortung für die Zwischenfälle. "Es sind Fehler gemacht worden, die sind beseitigt worden, beziehungsweise werden beseitigt", kündigte sie an. Grundlegende Änderungen an dem Heim lehnte sie ab: "Die Fehler betreffen nicht das politische Konzept", sagte sie.

Gleichzeitig kündigte die CDU-Politikerin an, dass die Verschickung von Problemkindern in Auslandscamps weitgehend aufhören soll. In Zukunft dürften Kinder nur noch in begründeten Ausnahmefällen und mit der Zustimmung eines hochrangigen Beamten in ausländische Erziehungseinrichtungen geschickt werden.



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