|
KENNEDY-ATTENTAT
Welche Rolle spielte die Mafia? Dass Kennedy von Angehörigen der "ehrenwerten Gesellschaft" erschossen wurde, gehört zu einer der am häufigsten verbreiteten Theorien. Denn die Mafia hatte allen Grund, den smarten Präsidenten zu hassen: Nach Ansicht der Paten hatte es Kennedy nur ihrer Unterstützung zu verdanken, dass er die Präsidentschaftswahl 1960 mit einem hauchdünnen Vorsprung gewonnen hatte. Und trotzdem hatte es sich ihr Favorit erlaubt, so hart gegen das organisierte Verbrechen vorzugehen wie keiner seiner Vorgänger. Insgesamt gab es zu Kennedys Amtszeit etwa dreimal mehr Verurteilungen gegen Mafiosi als zuvor. Einen ihrer Anführer ließ JFK durch den Justizminister, seinen Bruder Robert, nach Guatemala deportieren. Auch das unmoralische Verhalten des als "Womanizer" verschrienen Katholiken Kennedy habe die Dons gestört. Zu allem Überfluss beendete Kennedy auf Druck von FBI-Chef Hoover seine Liaison mit der Mafia-Braut Judith Campbell. Für die These spricht auch, dass die Mafia über die nötigen Ressourcen für ein Attentat verfügte. Ihr Mann vor Ort in Dallas, so die Theorie, war Jack Ruby, eine lokale Größe im Rotlichtmilieu und Chef des "Carousel Clubs". Einer seiner Bekannten war der Mafiosi Santos Trafficante, der schon ein Jahr vor dem Anschlag gedroht haben soll: "Kennedy wird es nicht mal mehr bis zur Wahl machen, er wird dran glauben müssen." Wenige Tage vor dem Attentat hatte zahlreiche Mafia-Größen angerufen. Wenige Stunden nach den tödlichen Schüssen war der sonst so klamme Ruby bei seiner Bank erschienen und hatte 7000 Dollar eingezahlt. Wie Ruby das Attentat organisiert haben könnte und warum er Lee Harvey Oswald vor laufenden Fernsehkameras niederschoss, darauf haben die Vertreter der Mafia-Theorie allerdings nur wenig schlüssige Antworten zu bieten. Zur "CIA-Theorie" | Zur "Castro-Theorie" |