Dublin - Erzbischof Diarmuid Martin kam mit der Veröffentlichung des Reports heute der Einsetzung einer Regierungskommission zuvor, die die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche von Dublin untersuchen soll. Das Gremium wird vermutlich gegen Ende des Monats die Arbeit aufnehmen.
Seit 1994 wird das überwiegend katholische Irland immer wieder von ähnlichen Missbrauchsskandalen erschüttert. Nie allerdings ging es dabei um Verbrechen dieser Dimension. Das Büro des Erzbischofs teilte mit, die Zahlen basierten auf eine zweijährigen Untersuchung der Akten von mehr als 2800 Priestern, die während der vergangenen 66 Jahre in der Pfarreiarbeit oder in Orden gearbeitet hätten.
Einige der Priester sind für ihre Taten schon bestraft worden. Acht von ihnen seien in Strafprozessen verurteilt worden, 32 weitere von ihren insgesamt 105 Opfern zivilrechtlich belangt worden. Das kostet die Erzdiözese insgesamt 5,8 Millionen Euro.
Weitere Kosten kommen auf die Kirche jedoch noch zu, da 40 Verfahren noch in der Schwebe und viele weitere Fälle völlig ungeklärt sind. Erzbischof Martin kündigte bereits an, die Kirche müsse wohl einige ihrer Besitztümer veräußern, um den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Aber es sei nötig Opfer zu bringen, um alte Fehler, soweit wie möglich, zu korrigieren.
dab/AP
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