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06.09.2006
 

Das Kampusch-Interview in Auszügen

"Das ewige Geräusch des Ventilators"

Im Österreichischen Rundfunk hat sich Entführungsopfer Natascha Kampusch erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Der Sender dokumentierte das Interview im Wortlaut, SPIEGEL ONLINE präsentiert die wichtigsten Passagen in Auszügen.

Über ihre Pläne

"Na ja, konkrete Berufswünsche hab' ich noch nicht. Ich möchte zuerst meine Bildung komplettieren. Und die Matura machen. Und vielleicht studieren. Aber ich weiß noch nicht, was ich studieren möchte.

"Ich werde vielleicht oder auch nicht ein Buch über mich schreiben. Aber ich möchte auf keinen Fall, dass irgendwer anders sich als Experte über mein Leben ausgibt. Wenn, dann schreibe ich das selbst. (...)

Auf der anderen Seite ist mir dadurch klar geworden, dass ich durch diese Berühmtheit und, wie Sie gesagt haben, mit dem begehrten Gesicht, dass ich dadurch eine gewisse Verantwortung habe und die auch nützen möchte. Mir ist klar geworden, dass man das nicht einfach so verstreichen lassen sollte. Sondern dass man das auch zu seinem eigenen Vorteil und zu dem Vorteil von vielen Menschen, denen man helfen kann ... Also ich plane, eine Foundation zu gründen. Wo ich gewisse Hilfsprojekte aufstellen möchte, die sich mit der Thematik von zum Beispiel verschwundenen Leuten, die nie gefunden worden sind. (...)

Es geht dann auch noch um diese verschleppten, missbrauchten und gefolterten und ermordeten jungen Frauen, die in Mexiko verschwinden. Da gibt es eine gewisse Gegend, wo sehr viele Frauenmorde passieren. Da werden die Frauen vor oder nach der Arbeit gekidnappt und auf brutalste und bestialischste Art und Weise misshandelt. Und da möchte ich auch eingreifen.

Ich möchte das Geld dazu verwenden, um weitere Fälle zu verhindern. Und ferners plane ich, da ich ja weiß, wie entwürdigend und unmenschlich es ist, andere Leute hungern zu lassen ... Ich möchte, dass Hunger leidende Menschen sozusagen... Ich möchte ein Programm aufbauen, dass die Leute sich selbst helfen können, den Hunger zu bekämpfen."

Natascha Kampusch über

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