München/Hamburg - Ein Fall in München, der an das Schicksal des kleinen Kevin erinnert: Eine 46-Jährige hat in ihrer Wohnung ihren zweijährigen Sohn mit einem Küchenmesser attackiert. Sie rammte dem Jungen die Klinge in die Brust und verletzte ihn lebensgefährlich.
Der 20-jährige Halbbruder des Kleinkindes hatte Schreie aus dem Schlafzimmer der Eltern gehört. Dort lag die Mutter neben dem blutenden Kind auf dem Bett, das Messer noch in der Hand. Nachdem der junge Mann der Frau die Waffe abgenommen hatte, brachte er seinen kleinen Bruder zu Nachbarn in Sicherheit. Der Junge wurde in einem Krankenhaus notoperiert, die Mutter festgenommen. Nach Angaben der Polizei war die Frau bei der Tat am Mittwochabend stark alkoholisiert.
Die Familie soll bereits seit der Geburt des Kindes kontinuierlich betreut worden sein, gab das Münchner Sozialreferat bekannt. "Es hat keine Hinweise auf eine Gefährdung des Kindes gegeben", sagte eine Sprecherin. Die Sozialbehörden gehen von einer "absoluten Kurzschlusshandlung" der Frau aus. Vergleiche mit dem jüngsten Fall eines in Bremen tot im Kühlschrank der väterlichen Wohnung gefundenen Kindes wies die Sprecherin zurück.
Wegen der Alkoholabhängigkeit der Mutter habe es einen stetigen, engen Kontakt mit Betreuern gegeben. Die Mutter habe auch die Dienste der Suchthilfe in Anspruch genommen. Der Junge sei tagsüber in einer Kinderkrippe untergebracht gewesen. Nach Angaben der dortigen Betreuerinnen war das Kind gut gepflegt. Auch Besuche beim Kinderarzt seien regelmäßig von der Mutter absolviert worden. Allerdings sei aufgefallen, dass die Frau öfter in betrunkenem Zustand ihr Kind brachte oder abholte.
Der Junge soll zunächst in einem Heim oder in einer Pflegefamilie untergebracht werden. Über das Sorgerecht soll dann ein Gericht entscheiden. Der Vater des Kindes lebte nach Angaben des Amtes ebenfalls in der Familie.
Im Hamburger Stadtteil Barmbek hat ein Passant am Donnerstag in einem Gebüsch die Leiche eines Babys entdeckt. Der Säugling lag in einer Tüte. Er soll nun obduziert werden. Die Mordkommission übernahm die Ermittlungen und sicherte am Tatort Spuren. Die Hintergründe des Falls sind noch unklar.
jjc/ddp/AFP
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Panorama | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Justiz | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH