Erfurt - Die Mutter des Jungen, eine arbeitslose Verkäuferin, legte heute bei der polizeilichen Vernehmung ein Geständnis ab. Zu ihrem Motiv habe die 29-Jährige aber nichts gesagt, teilte Oberstaatsanwältin Anette Schmitt mit. Nach Polizeiangaben hat die Mutter nach der Tat versucht, sich das Leben zu nehmen. Das Kind wurde bereits obduziert. Es gebe klare Hinweise für ein Gewaltverbrechen, sagte die Staatsanwältin.
Erst nach dem Geständnis der 29-Jährigen im Laufe des heutigen Tages konnte die Staatsanwaltschaft den Tathergang rekonstruieren. Die Eltern des Kindes sollen sich an Heiligabend gestritten haben - wie schon häufiger, sagen die Ermittler. In seiner Wut habe der 30-jährige Vater gegen 20 Uhr die Wohnung verlassen und sei zu seinen Eltern gegangen. Danach kehrte er gegen 23 Uhr in die Wohnung zurück - da soll Marvin schon tot gewesen sein. Der Vater rief seine Eltern hinzu. Diese informierten dann gegen Mitternacht die Polizei, dass ihr Enkel tot sei.
Die Großeltern und der Vater wurden schon gestern vernommen, die Mutter gab dann heute im Laufe des Tages die Vorwürfe zu. Die 29-Jährige hat nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft ihren Sohn mit einem Tuch zu Tode stranguliert. Ihr Motiv ist immer noch unklar. Am Abend wurde vor Gericht ein Haftbefehl gegen sie erlassen, sie sitzt jetzt im Untersuchungsgefängnis.
Dass Marvin schon früher misshandelt wurde, dafür gibt es den Ermittlern zufolge keine Anzeichen. Erst vor anderthalb Wochen war in Sömmerda in Thüringen ein Kind zu Hause qualvoll ums Leben gekommen. Der knapp zehn Monate alte Leon war verdurstet, weil seine Mutter ihn und seine zwei Jahre alte Schwester tagelang alleine gelassen hatte. Die Polizei ermittelt wegen Totschlags.
kai/plö/ddp/AP/dpa
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