Berlin - Der sechs Monate alte Säugling war von seiner Mutter tot gefunden worden. Nach ersten Obduktionsergebnissen sei davon auszugehen, dass das Kleinkind im Bett zwischen Matratze und Heizung in einen acht Zentimeter breiten Spalt gerutscht sei, sich dort nicht befreien konnte und so nach einiger Zeit letztlich an Atemstillstand starb, teilte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Berlin mit. Wie lange das Kind dort gelegen und geschrien habe, sei unklar.
Anhaltspunkte für eine Verwahrlosung bestünden nicht. Der Vorfall sei von der Kindesmutter selbst zur Anzeige gebracht worden. Zunächst teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit, die Mutter sei stark betrunken gewesen: "Aufgrund des Verdachts einer nicht unerheblichen Alkoholisierung der Mutter ist diese zunächst vorläufig festgenommen worden." Dies korrigierte die Behörde jedoch am Nachmittag: Nach Vorliegen des Blutalkoholbefundes sei nicht davon auszugehen, dass die Kindesmutter alkoholisiert war.
Die Staatsanwaltschaft ordnete die Entlassung der Mutter an. Nach Würdigung der vorliegenden Ermittlungsergebnisse lasse sich kein Tatvorwurf belegen, der eine weitere Inhaftierung rechtfertige. Die Mutter habe das Kind den Ermittlungen zufolge zwar mehrere Stunden allein in der Wohnung gelassen, es sei jedoch so versorgt worden, dass eine böswillige Vernachlässigung derzeit nicht begründet werden könne. Zur genauen Todesursache teilte die Staatsanwaltschaft mit: "Das Kind hatte sich im Bett zwischen Matratze und Heizung eingeklemmt und war dort infolge der Heizungswärme von über 40 Grad bis zum Atemstillstand überhitzt worden."
Anmerkung der Redaktion: In der ursprünglichen Version der Meldung wurde mit Verweis auf die Angaben der Staatsanwaltschaft berichtet, dass die Mutter betrunken war. Die Behörde hat diese Angaben inzwischen korrigiert.
jjc
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