• Drucken
  • Senden
  • Feedback
16.01.2007
 

Auszüge aus O. J. Simpsons Skandalbuch

"Etwas ging fürchterlich schief"

Einen Sturm der Entrüstung hat das hypothetische Mordgeständnis des ehemaligen US-Footballstars O. J. Simpson ausgelöst. Zu Gesicht bekommen hat es bislang aber kaum jemand. Jetzt hat das Magazin "Newsweek" Auszüge veröffentlicht. Die Details sind verblüffend - ebenso die Schlussfolgerung.

Los Angeles - Ungeachtet der Empörung über die geplante Veröffentlichung eines Buches von O. J. Simpson über den Mord an seiner Frau und deren Freund druckt die Zeitschrift "Newsweek" Auszüge aus dem umstrittenen Werk . Teile eines zentralen Kapitels wurden schon jetzt auf der "Newsweek"-Website veröffentlicht und sollen in der nächsten Ausgabe abgedruckt werden. Darin beschreibt der Ex-Footballstar - nach eigenen Angaben in hypothetischer Form - die Mordnacht am 12. Juni 1994. Simpsons Anwalt Yale Galanter betonte gegenüber "Newsweek", das Manuskript sei kein Geständnis, sondern schildere "den Tatsachen nahe kommende Fakten".

In dem betreffenden Kapitel des Buches "If I Did It" ("Wenn ich es getan hätte") beschreibt Simpson, wie er seine Ex-Frau Nicole Brown Simpson nach der Scheidung zu Hause zur Rede stellen will. Dabei begegnet er Ron Goldman, den er verdächtigt, eine Affäre mit Nicole zu haben. "Sie waren schon einmal hier", schreit Simpson dem Manuskript zufolge Goldman an. Daraufhin, schreibt der Ex-Sportler weiter, sei Nicole in eine "tödliche Wut" verfallen, sei gestürzt und habe sich den Kopf aufgeschlagen. Es sei zum Kampf mit Goldman gekommen, in dessen Verlauf er sich zurückgezogen und schließlich eine Art "Blackout" gehabt habe. "Dann ging etwas fürchterlich schief, ich weiß was geschah, aber ich kann nicht genau sagen wie." Als er wieder zu sich kam, hielt er ein Messer in der Hand, seine Kleidung war voll Blut, und Nicole und Goldman waren tot, heißt es in dem Manuskript. Das Kapitel beschließt Simpson mit dem - angesichts der detaillierten Schilderung einigermaßen erstaunlichen - Satz, er sei "zu hundert Prozent unschuldig".

Simpson war 1994 nach dem Mord an seiner Ex-Frau und deren Freund unter dringendem Mordverdacht festgenommen, später jedoch in einem spektakulären Strafverfahren 1995 freigesprochen worden.

Zwei Jahre später wies ihm allerdings ein Zivilgericht die Verantwortung für den Tod der beiden zu und verurteilte ihn zu einer Schadenersatzzahlung von 33,5 Millionen Dollar an die Hinterbliebenen. Von dem Geld haben die Angehörigen bis heute keinen Cent gesehen. Wegen eines vermutlichen Millionenhonorars, das Simpson als Anzahlung für das Buch erhalten haben soll, haben die Angehörigen kürzlich Klage eingereicht.

ffr/AFP

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
alles aus der Rubrik Justiz

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP