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11.02.2007
 

Verschleppt und gesteinigt

Bestialischer Mord im Urlaubsparadies

Zwei junge Italienerinnen wurden im Surf-Urlaub auf den Kapverdischen Inseln Opfer eines blutigen Eifersuchtdramas. In Italien herrscht blankes Entsetzen über die Tat.

Rom - Eine Einladung zum Essen hatte die 31-Jährige Dalia angenommen. Doch allein wollte sie Sandro nicht mehr besuchen, schließlich hatte sie die Beziehung gerade beendet. Zwei Freundinnen sollten sie begleiten. Als Sandro am Donnerstag Abend der vergangenen Woche mit einem Freund vorbei kam, um die drei Frauen abzuholen, war die Stimmung entspannt - nichts deutete darauf hin, was die beiden Männer vorhatten.

Tatort auf den Kapverdischen Inseln: Betroffenheit über die Brutalität des Verbrechens
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AP

Tatort auf den Kapverdischen Inseln: Betroffenheit über die Brutalität des Verbrechens

Auch als Sandro noch einen kleinen Abstecher ankündigte, um seinen Freund abzusetzen, hätten sie noch keinen Verdacht geschöpft, erzählte die 17-Jährige Agnes einem Bericht der italienischen Tageszeitung "La Stampa" zufolge später der Polizei. Sie hat das Eifersuchtsdrama als Einzige der drei Frauen überlebt. Anstatt den Freund abzusetzen, sei Sandro jedoch in einen kleinen Feldweg eingebogen, fernab von Häusern.

Danach begann für die drei Frauen der Albtraum. Die 17-Jährige wurde im Auto eingesperrt, während die Männer über ihre beiden Freundinnen herfielen. "Ich konnte nicht sehen, was geschah", berichtet sie, "doch was ich gehört habe, war eindeutig". Das Mädchen versucht noch, einen Freund per SMS zur Hilfe zu holen, doch das bemerken die Täter und nehmen ihr das Telefon ab.

Anschließend hätten sie sie an einen anderen Ort gefahren und sie mit einem Stein geschlagen, gibt sie später zu Protokoll. Die Schwerverletzte entkommt offenbar nur, weil die Täter sie für tot halten. Sie kann sich später zum nächsten Dorf schleppen und findet dort einen Taxifahrer, der ihr hilft.

Ihre Freundinnen haben das Glück nicht. Die Polizei findet ihre Leichen am nächsten Tag, verscharrt am Straßenrand. Die beiden wurden gesteinigt.

Die Brutalität des Verbrechens hat in Italien große Betroffenheit ausgelöst. "Ich bin sprachlos und entsetzt", sagte Ministerpräsident Romano Prodi. Die Kapverden sind ein beliebtes Ferienziel für Italiener. Er werde darauf dringen, dass die Täter möglichst schnell ihrer gerechten Strafe zugeführt würden, kündigte er an. Das Außenministerium in Rom erklärte, die Frauen seien "barbarisch ermordet" worden und entsandte einen Diplomaten aus Dakar im Senegal auf die Kapverden. Die Inselgruppe gilt in Italien als Ferienparadies für Windsurfer.

Zwei festgenommene einheimische Männer haben die Tat nach Angaben des italienischen Honorarkonsuls Luigi Zirpoli inzwischen gestanden. Ein dritter Verdächtiger sei auf Kaution entlassen worden. Hinweise auf einen sexuellen Missbrauch der Frauen gibt es nach ersten Autopsie-Ergebnissen jedoch offenbar nicht.

reh/mik/dpa

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