Samstag, 21. November 2009

Panorama



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08.03.2007
 

Polizeigewalt

Prügelvideo entsetzt Briten

In Großbritannien sorgt ein Video für Aufsehen. Es zeigt einen Polizisten, der eine junge Frau brutal verprügelt. Fünf Mal schlägt der Beamte mit voller Kraft auf die am Boden liegende 20-Jährige ein - nach seinen Angaben ein Akt der Selbstverteidigung.

London - Die von der britischen BBC ausgestrahlten Aufnahmen einer Sicherheitskamera vor einem Club in der nordenglischen Stadt Sheffield stammen aus dem Juli 2006. Auf ihnen ist zu sehen, wie ein Polizist bei der Festnahme auf die 20-jährige Toni Comer einprügelt. Die betrunkene Frau war vom Einlass des Clubs zurückgewiesen worden und hatte daraufhin zu randalieren begonnen, worauf die Polizei gerufen wurde.

Der Sicherheitsbeamte rechtfertigte gegenüber BBC sein hartes Vorgehen als Selbstverteidigung. Comer habe ihn bespuckt, ihn beißen und ihm mit dem Knie in die Genitalien treten wollen. "Ich habe mit meiner rechten Faust so stark, wie ich nur konnte, auf sie eingeschlagen. Das hatte keine Wirkung, also habe ich noch zwei Mal zugeschlagen", sagte der Polizist. Weil die Frau weiter Widerstand leistete, habe er noch einmal zugeschlagen und am Ende schließlich "brutale Gewalt" angewandt.

Comer wurde wegen Beschädigung fremden Eigentums zu einer Geldbuße von 250 Pfund (umgerechnet 367 Euro) verurteilt. Sie reichte im Gegenzug Zivilklage gegen die Polizei wegen ihrer Behandlung ein. Sie wies darauf hin, dass sie Epileptikerin sei und ihr Verhalten möglicherweise von einem Anfall herrührte. Gleichzeitig räumte sie ein, dass sie an dem Abend so betrunken war, dass sich an den Vorfall nicht erinnern konnte.

Die Polizei von South Yorkshire verteidigte das Verhalten ihres Beamten, befreite ihn jedoch bis zum Abschluss einer Untersuchung des Vorfalls durch eine Polizei-Beschwerdekommission vom Außendienst. "Wir wollen seine Gesundheit nicht riskieren", sagte Polizeichef Meredydd Hughes der BBC. "Die Öffentlichkeit muss Verständnis dafür haben, dass zunächst eine umfassende und unabhängige Untersuchung aller Fakten stattfinden muss", so Hughes.

jto/AFP/dpa

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