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21.03.2007
 

Totes Baby in Hamburg

Haftbefehl gegen Mutter erlassen

Die Mutter des Babys, das am Samstag aus einem Hamburger Hochhaus geworfen wurde, steht nun doch wieder unter Tatverdacht. Am Abend wurde ein Haftbefehl gegen die 26-Jährige erlassen. Die Fahndung nach dem flüchtigen Vater wurde eingestellt.

Hamburg - Es bestehe der Verdacht auf Totschlag, sagte eine Gerichtssprecherin. Der Haftgrund sei Fluchtgefahr. Das Ermittlungsverfahren werde fortgesetzt.

Zuvor hatte schon die Ermittler mitgeteilt, es bestehe der Verdacht, dass die Frau ihr Kind selbst getötet habe. Zeugenaussagen und Tatortbefunde hätten Zweifel an der Aussage der 26-Jährigen aufkommen lassen. Die Frau hatte gestern bei ihrer Befragung durch die Polizei erklärt, der Vater habe das Mädchen kurz nach der Geburt aus der Wohnung im zehnten Stockwerk eines Hochhauses geworfen. Die Fahndung nach dem 23 Jahre alten mutmaßlichen Kindsvater wurde eingestellt. Am Vormittag war noch mit Hochdruck deutschlandweit nach dem Mann gesucht worden.

Improvisierte Gedenkstelle am Fundort der Babyleiche: Zweifel an der Aussage der Mutter
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AP

Improvisierte Gedenkstelle am Fundort der Babyleiche: Zweifel an der Aussage der Mutter

Die Frau wurde heute erneut von den Ermittlern befragt. "Es ist so, dass die Mordkommission eine Tatbeteiligung der Frau nicht ausschließen kann", sagte Polizeisprecher Ralf Meyer. Gefundene Spuren hätten nicht zu dem gepasst, was die Frau zuvor behauptet habe, sagte Meyer dem Radiosender NDR 90,3. Aber vor allem Aussagen von Zeugen nährten den Verdacht, die Frau selbst habe das Kind getötet.

Die junge Frau habe ihre Schwangerschaft stets verdrängt und geleugnet, sagte der Sprecher dem NDR. Tageszeitungen berichteten, die junge Polin, die streng katholisch erzogen wurde, habe ihre Schwangerschaft bis zum Schluss geheim gehalten. Sogar der Cousin des Kindsvaters, in dessen Wohnung das Paar seit drei Monaten lebte und sich die Tragödie abgespielt hat, will angeblich nichts davon gewusst haben.

Nach Angaben der Polizei war sie gelegentlich zum Babysitting bei einer befreundeten Familie. "Gegenüber der Frau hat sich die 26-Jährige am Dienstag als Mutter des tot aufgefundenen Babys offenbart", sagte Sadowsky. Die Bekannte habe sie dann überzeugt, zur Polizei zu gehen. Gestern hatte sie dann bei der Polizei angegeben, das Baby allein in der Wohnung zur Welt gebracht zu haben. Kurz darauf sei ihr Freund, der auch der Vater des Kindes sein soll, dazugekommen. Der Mann habe dann das Kind genommen und in einer Plastiktüte aus der Wohnung in die Tiefe geworfen.

Ein Spaziergänger entdeckte die Leiche auf dem Rasen vor dem Gebäude und alarmierte die Polizei. Die Ermittler hatten bereits am Wochenende zahlreiche Wohnungen überprüft und DNA-Proben genommen, um auf die Spur der Mutter zu kommen. Diese offenbarte sich dann zunächst einer Bekannten. Die Frau konnte die 26- Jährige überzeugen, sich den Ermittlern zu stellen.

dab/dpa/AP

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