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12.04.2007
 

Kriminalitätsstatistik

Frankfurt ist Deutschlands gefährlichste Großstadt

2. Teil: Vorzeige-Metropolen im Süden

Der Papierform nach am sichersten leben die Menschen in München. In der bayerischen Landeshauptstadt stieg die Zahl der Delikte um 2,7 Prozent auf 111.622 an, doch mit 8861 Straftaten je 100.000 Einwohner ist München in puncto Sicherheit nach wie vor die Vorzeigemetropole, gefolgt von Stuttgart (9289) und Essen (9291).

Straftaten in Berlin auf niedrigstem Stand seit 1990

In Berlin sank die registrierte Kriminalität im Jahr 2006 auf 496.797 Straftaten und damit auf den niedrigsten Stand seit 1990. Die Berliner Polizei ist inzwischen dazu übergegangen, anstelle der Kriminalitätshäufigkeitszahl (Straftaten pro 100.000 Einwohner) die Bevölkerungsgefährdungszahl (Zahl der Opfer pro 100.000 Einwohner) abzubilden. Bei Jugendgruppengewalttätern ermittelten die Berliner Behörden einen Anteil von 44,7 Prozent Ausländern oder Deutschen mit Migrationshintergrund (2005: 42,8 Prozent).

Forderungen nach einem erweiterten Melderecht für die Kriminalstatistik in Bezug auf die Staatszugehörigkeit oder das Herkunftsland Tatverdächtiger unterstützt Pfeiffer, weil sich damit kriminologische Phänomene besser untersuchen ließen. Er warnte zugleich aber vor den Gefahren. "Es ist sinnvoll, wenn man es behutsam macht und nicht zur Stigmatisierung von Gruppen missbraucht." Der Anteil von ausländischen Tatverdächtigen sei von 27 Prozent im Jahr 1995 auf 19 Prozent im Jahr 2005 zurückgegangen.

"Gefühlte Kriminalität" nicht durch Realität gedeckt

In deutlichem Gegensatz dazu stehe die "gefühlte Kriminalität". Aus repräsentativen Befragungen wüssten Kriminologen, dass die Menschen den Anteil ausländischer Täter auf 37 Prozent schätzten. Am krassesten sei die Kluft zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit bei Sexualmorden. "Die Zahl ist seit Jahren rückläufig, die Leute glauben jedoch, dass sie um das Sechsfache gestiegen ist." Ursache sei die verstärkte Präsenz solcher Verbrechen in den Medien. In den Printmedien habe die Berichterstattung in den vergangenen zehn Jahren um das Dreifache zugenommen, bei privaten Fernsehsendern um das Sechsfache.

Angesichts nahezu gleichbleibend hoher Aufklärungsquoten stellt Pfeiffer der Polizei ein sehr gutes Zeugnis aus. "Es ist die beste Polizei, die wir je hatten." Auch immer modernere Sicherungssysteme und technische Hilfsmittel sorgten für einen hohen Grad der Abschreckung. Nachholbedarf gebe es bei der Verfolgung der Internetkriminalität. Bayern sei in dieser Hinsicht bundesweit Vorreiter.

jto/dpa

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