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26.04.2007
 

Polizistenmord

"Wie bei einer Art Hinrichtung"

In Heilbronn ist in der Nacht die Fahndung nach dem oder den Mördern einer Polizistin fortgesetzt worden. Die 22-Jährige war mit Schüssen in den Kopf getötet, ihr Kollege schwer verletzt worden. Der 24-Jährige schwebt laut Polizeiangaben in Lebensgefahr.

Heilbronn - Nach ersten Erkenntnissen ist beiden Beamten in den Kopf geschossen worden. Die Schüsse seien aufgesetzt gewesen, berichtet n-tv. "Wie bei einer Art Hinrichtung", so der Reporter. Die Polizei bestätigte inzwischen, dass die Schüsse aus kurzer Distanz abgegeben worden seien. Die Hintergründe der Tat liegen noch völlig im Dunkeln. Zu möglichen Tätern gibt es bisher keine Erkenntnisse. Der Zustand des schwer verletzten Beamten ist noch immer kritisch.

Heilbronn glich nach dem Verbrechen einer Festung. Alle ausfahrenden Fahrzeuge wurden kontrolliert. Die Ringfahndung wurde am Abend eingestellt und gegen 22 Uhr hatten sich die Verkehrsstaus aufgelöst. Die Polizei hat inzwischen die 35-köpfige Sonderkommission "Parkplatz" eingerichtet. Eine Beziehungstat schließen die Ermittler aus.

Ein Passant hatte die beiden Beamten am frühen Nachmittag auf einem Parkplatz entdeckt. Sie lagen neben ihrem Streifenwagen. Die Dienstwaffen der Opfer, Pistolen vom Typ Heckler & Koch P2000, und die Handschellen fehlten, sagte ein Behördensprecher. Beiden Beamten hätten ihre Schutzwesten nichts genutzt. Die Ermittler gehen deshalb davon aus, dass der oder die Täter bewaffnet sind.

"Die beiden Kollegen waren uniformiert und auf Streife. Auf wen sie dabei getroffen sind und ob sie noch einen Funkspruch haben absetzen können, wissen wir noch nicht", sagte Polizeisprecher Jürgen Baierl SPIEGEL ONLINE.Die Beamten, 22 und 24 Jahre alt, gehörten der Bereitschaftspolizei aus Böblingen an. Sie hatten erst vor kurzem ihre Ausbildung beendet - und waren im Rahmen des Einsatzes "Sichere City" unterwegs.

Die getötete Polizistin sei seit eineinhalb Jahren immer wieder bei der Bereitschaftspolizei eingesetzt worden, sagte ein Behörden-Sprecher. Sie stamme aus einem anderen Bundesland, nach Informationen von SPIEGEL ONLINE soll es sich um Thüringen handeln, und sei für die Einsätze in Baden-Württemberg abgestellt worden. Der verletzte Beamte stamme aus Sindelfingen bei Stuttgart. Er habe im März seine Ausbildung abgeschlossen und sei erst seit wenigen Tagen in der Abteilung eingesetzt worden.

Gestern Abend wurden auch die Druckerei und das verlagseigene Postverteilzentrum der "Heilbronner Stimme" durchsucht. Angeblich sollte sich ein Verdächtiger mit einem Taxi hierhin begeben haben. Ein Spezialeinsatzkommando wurde dort aber ebenso wenig fündig wie in der Nähe des Gefängnisses, wo Wohnungen in einem ganzen Straßenzug durchsucht wurden, wie die Zeitung berichtete.

Nach Polizeiangaben sind die bisherigen Hinweise recht dürftig. Nach wie vor suche man dringend Personen, die sachdienliche Angaben zur Sache machen könnten. Auch vielleicht bislang als unbedeutend eingestufte Details könnten von Wichtigkeit sein, hieß es.

jdl/jjc/ddp/dpa/AP

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