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28.05.2007
 

Verzweifelte Suche

Maddies Eltern planen Europa-Reise

Sie telefonieren mit dem designierten Premierminister Gordon Brown und haben die Unterstützung von Prinz Charles und Papst Benedikt XVI.: Jetzt wollen die Eltern der in Portugal entführten Madeleine durch Europa reisen - und noch mehr Menschen um Unterstützung bei ihrer Suche bitten.

London - Die Eltern planen eine Reise nach Madrid, Sevilla, Amsterdam und Berlin. Dort wollen sie die für Kinder zuständigen Regierungsvertreter um Unterstützung bei der Suche nach Madeleine bitten.

Der britische Multi-Millionär Philip Green soll den McCanns angeboten haben, mit seinem Privatjet nach Rom zum Papst zu fliegen. Ein Vatikan-Sprecher sagte: "Die Möglichkeit für die McCanns, den Heiligen Vater zu treffen, besteht." Nach seinen Angaben habe der Papst das Mädchen bereits in seine Gebete geschlossen.

Auch der britische Thronfolger Prinz Charles und seine Frau Camilla veröffentlichten eine Erklärung. Das Paar verfolge die Entwicklung um die Vierjährige genau und sei "tief betroffen", hieß es darin. Madeleine war vor mehr als drei Wochen aus einer Ferienanlage an der Algarve-Küste entführt worden, während ihre Eltern beim Essen waren.

Ein Sprecher der Familie McCann bestätigte auch, dass es mehrere Telefonate zwischen Vater Gerry McCann und dem britischen Finanzminister und designierten Premierminister Gordon Brown gegeben habe. Brown soll dem Ehepaar "volle Unterstützung" bei der Suche nach dem Kind zugesichert haben.

Berichte über ein persönliches Einwirken Browns auf die portugiesische Polizei wollte ein Sprecher des Finanzministeriums in London nicht bestätigen, die portugiesische Polizei bestritt dies. Die Polizei soll auf Drängen Browns die Beschreibung eines möglichen Verdächtigen veröffentlicht haben. Es handele sich um einen 35 bis 40 Jahre alten weißen Mann, sagte Chefermittler Olegario de Sousa. Eine Freundin der Eltern soll die Entführung der Vierjährigen gesehen haben. Vater Gerry McCann bezeichnete die Entwicklungen als "bedeutsam". Bei der Polizei sind seit der Veröffentlichung hunderte Anrufe eingegangen.

Der mögliche Verdächtige soll ein Kind getragen haben oder einen Gegenstand, der aussah wie ein Kind. Britische Zeitungen berichteten, dass eine Frau gesehen hat, wie Madeleine weggetragen wurde, als die Eltern beim Essen waren. Sie sei nun von "tiefen Schuldgefühlen" geplagt, weil sie nichts unternommen habe. Der bislang einzige genannte Verdächtige, ein Brite, erklärte erneut, er sei nicht in den Fall verwickelt. Die veröffentlichte Personenbeschreibung sei jedoch so vage, dass sie ihn nicht entlasten werde. Zeitungen in London berichteten, auf dem Computer des 33-Jährigen seien Kinderpornos gefunden worden. Eine Bestätigung dafür gab es nicht.

jjc/dpa

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