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Unfalltod eines Schülers Polizisten zu Bewährungsstrafen verurteilt

Überraschend hat das Landgericht Lübeck zwei Polizisten wegen des Todes eines betrunkenen Schülers schuldig gesprochen. Verteidigung und Staatsanwaltschaft hatten Freispruch beantragt. Das Gericht jedoch war anderer Ansicht.

Lübeck - Das Lübecker Landgericht verurteilte die beiden angeklagten Polizisten heute zu Bewährungsstrafen von jeweils neun Monaten. Außerdem müssen sie jeweils 1000 Euro an einen Rettungsdienst zahlen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Polizisten den 18-Jährigen im Dezember 2002 volltrunken und hilflos auf einer Landstraße bei Lübeck ausgesetzt hatten, auf der er eine Stunde später überfahren wurde.

Eine Verurteilung wegen Aussetzung mit Todesfolge sei nicht erfolgt, weil nicht zweifelsfrei festgestellt werden konnte, dass die Beamten die Hilflosigkeit des Jugendlichen erkannt hatten, hieß es. Die Beamten hätten sie nach Auffassung der Kammer aber erkennen müssen. Insofern liege ein Sorgfaltsverstoß vor.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Laut Landesgesetz droht den beiden Polizisten keine Entlassung aus dem Dienst.

Den beiden Polizisten war vorgeworfen worden, den betrunkenen Schüler Anfang Dezember 2002 in hilflosem Zustand auf einer Landstraße ausgesetzt und dadurch seinen späteren Tod verursacht zu haben. Der 18-Jährige war einige Kilometer weiter von einem Auto erfasst und so schwer verletzt worden, dass er noch am Unfallort gestorben war.

Die Eltern des Schülers hatten den Prozess mit einem Antrag beim schleswig-holsteinischen Oberlandesgericht erzwungen. Die Lübecker Staatsanwaltschaft hatte das Verfahren seinerzeit mit der Begründung eingestellt, den Beamten sei nicht nachzuweisen gewesen, dass der Schüler sich für sie erkennbar in einem hilflosen Zustand befunden habe. Die Polizisten hatten jede Schuld am Tod des 18-Jährigen von sich gewiesen.

Der Prozess war vom tödlichen Unfall einer Zeugin überschattet worden. Die 27-Jährige war beim Zusammenstoß ihres Pkw mit einem Kleintransporter ums Leben gekommen. Die Frau hatte den 18-Jährigen überfahren, kurz nachdem ihn die beiden Beamten hatten aussteigen lassen.

jdl/ffr/dpa/ddp

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