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Mafia-Morde Familien holen die Opfer nach Hause

Fünf Tage nach den Mafia-Morden von Duisburg hat die Staatsanwaltschaft die sechs Leichen zur Bestattung freigegeben. Viele Angehörige der Toten sind aus dem kalabrischen San Luca ins Ruhrgebiet gereist, um die Särge mit den Opfern nach Italien zu begleiten.

Duisburg - Die Obduktionen seien abgeschlossen, sagte ein Polizeisprecher. Wann erste Ergebnisse veröffentlicht würden, sei noch unklar. Die Beisetzungen werden von den Angehörigen geregelt. Die Opfer hatten größtenteils in Duisburg und Mülheim gewohnt, zwei waren erst kürzlich aus Italien gekommen.

Seit den tödlichen Schüssen vor einem italienischen Restaurant, in dem die Männer gearbeitet hatten, sind rund 150 Hinweise bei der Polizei eingegangen. Die Beamten suchen mit Hilfe eines Phantombildes nach einem Verdächtigen. Eine heiße Spur sei nicht unter den Hinweisen, sagte ein Polizeisprecher. Die Hinweise seien nicht nur aus Duisburg gekommen, sondern aus mehreren Staaten, darunter Italien und Paraguay. Der Mordkommission gehörten außer Experten des Bundeskriminalamtes (BKA) auch sieben Ermittler aus Italien an.

Die Polizei sucht weiter nach möglichen Zeugen des Verbrechens. Sie nimmt an, dass sich zur Tatzeit zwischen 1 und 2.30 Uhr mehr Zeugen als bisher angenommen in der Nähe der Pizzeria aufgehalten haben könnten. So seien zum Beispiel zwei Radfahrer gesehen worden, die sich bislang noch nicht bei den Ermittlern gemeldet hätten, teilte die Polizei mit. Sie appellierte an die Radler, sich an die Mordkommission zu wenden, auch dann, wenn sie davon ausgehen, dass ihre Aussage nicht von Bedeutung sei. Schon die Mitteilung, dass während ihrer Vorbeifahrt keine Auffälligkeiten zu beobachten waren, könnte für die Ermittlungen von Wichtigkeit sein.

In der Nacht zum Mittwoch waren in der Nähe des Duisburger Hauptbahnhofs sechs Italiener im Alter von 16 bis 39 Jahren erschossen worden. Nach bisherigem Stand haben zwei Mafia-Killer die sechs Männer erschossen und sind danach in einem Wagen geflüchtet. Die Polizei vermutet das Motiv für die Tat in einer Blutfehde zwischen zwei verfeindeten Familienclans innerhalb der kalabrischen Mafia.

jjc/ddp/dpa/AP

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