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30.08.2007
 

Brutaler Jugend-Mord

19-Jähriger getötet, zerstückelt und in Blumenkübeln versenkt

Die Ermittler sind fassungslos über so viel Brutalität: Polizeitaucher haben im Neckar die in Blumenkübeln einbetonierten Leichenteile eines ermordeten 19-Jährigen gefunden. Der Torso lag in einem Waldstück. Mutmaßlich wurde der Schüler von Gleichaltrigen getötet.

Stuttgart - Seit mehr als einer Woche wurde der 19-Jährige aus dem Rems-Murr-Kreis vermisst. Vor vier Tagen hatte die Polizei dann die erste Spur von ihm: Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Stuttgart riefen wegen Verwesungsgeruchs in der Nachbarwohnung die Polizei.

Binnen kurzer Zeit stand fest: Die Täter hatten ihr Opfer zerstückelt und die Leichenteile in die Wohnung gebracht. Dort betonierten sie die sterblichen Überreste des 19-Jährigen in Gefäße und eine Mülltonne ein. Die Polizei fand große Betonbrocken und Spuren, wonach die Täter die Mülltonne wegbringen wollten - sie ihnen aber zu schwer wurde, weshalb sie das Opfer auf andere Weise entsorgten.

Wie, das enthüllten dann offenbar zwei 18-jährige Tatverdächtige, die am Dienstag gefasst wurden. Einer legte ein Teilgeständnis ab. Nach seinem Verhör machte sich die Polizei auf, um ein Waldstück zu durchforsten und den Neckar mit Tauchern zu durchsuchen. Der Rumpf des Toten wurde dann heute in einem Waldstück in der Nähe von Großbottwar bei Ludwigsburg gefunden. Taucher entdeckten mehrere Leichenteile im Neckar in Höhe der Brücke bei Plochingen. Die Täter hatten die Teile in fünf Blumenkübel einbetoniert. Die Polizei hob außerdem einen Betonblock, in dem weitere Überreste steckten.

Der 19-Jährige war ein Schüler, der in seiner Freizeit als Handballtrainer tätig war. Inzwischen stehen vier Tatverdächtige im Alter von 16 bis 23 Jahren fest; außer den beiden 18-jährigen Männern die 16-jährige Freundin eines der Verdächtigen; außerdem stellte sich ein 23-Jähriger der Polizei in Bad Cannstatt.

Die genauen Hintergründe sind noch unklar - klar ist allerdings, dass der 19-Jährige nach bisherigen Erkenntnissen auf einem Feldweg erschlagen und dann in eine Lagerhalle nach Stuttgart transportiert wurde. Dort wurde die Leiche zerteilt, erst später in der Wohnung wurden die Teile einbetoniert.

Die Tat schockiert selbst die Polizei: Die Ausführung sei so brutal, dass die Ermittler "fassungslos" seien, sagte ein Sprecher. Die Ermittler halten grundsätzlich eine Beziehungstat für möglich. Eifersucht oder andere typische Motive scheinen nach den bisherigen Erkenntnissen auszuscheiden: "Eine rationale Erklärung gibt es nicht", sagte der Polizeisprecher. Man gehe davon aus, dass der gesamte Tatablauf mehrere Tage in Anspruch nahm.

anr/AP/dpa/ddp

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