Antalya/Uelzen - Der Prozess sei abermals vertagt worden, teilte ein Anwalt des Schülers nach der nicht-öffentlichen Gerichtsverhandlung heute mit. Die Kammer gab ein neues medizinisches Gutachten in Auftrag, um die Widersprüche zwischen Zeugenaussagen und einem ärztlichen Gutachten auszuräumen. Dem Jugendlichen wird vorgeworfen, im Osterurlaub eine 13-jährige Britin sexuell missbraucht zu haben. Er sitzt seit fünf Monaten in Untersuchungshaft. Der Prozess wird am 28. September fortgesetzt.
Für den dritten Verhandlungstag war Marcos Verteidiger-Team um zwei Anwälte aus Hannover und einen türkischen Kollegen verstärkt worden. Die Juristen hatten gehofft, dass die Richter Marco auf freien Fuß setzen würden.
Die Anträge der Verteidigung auf eine Freilassung seien abgelehnt worden, sagte der Anwalt. Die Staatsanwaltschaft habe dem nicht zugestimmt. Die Richter seien offenbar noch nicht so weit in der Sache, dass sie über eine Verlängerung der Untersuchungshaft hätten entscheiden wollen, sagte er unter Berufung auf seinen türkischen Kollegen, der Marco in der Verhandlung vertritt. "Ich halte das für grob rechtswidrig."
Marco und das Mädchen hatten sich im Badeort Side kennengelernt und waren nach einem Discoabend mit anderen Jugendlichen im Hotelzimmer der 13-Jährigen gelandet. Die Initiative zu den Zärtlichkeiten sei von dem Mädchen ausgegangen, das sich als älter ausgegeben habe, sagte Marco. Sie habe ihr Alter mit 15 angegeben.
ffr/dpa/AFP
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