Frankfurt am Main - Ein Rabbiner ist in Frankfurt von einem Unbekannten durch einen Messerstich in den Bauch schwer verletzt worden. Wie die Polizei heute berichtete, stach der Täter gestern Abend im Stadtteil Westend auf den eine jüdische Kopfbedeckung tragenden Mann ein.
Der der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt angehörende Rabbiner war mit zwei Bekannten in der Stadt unterwegs, als ihm der von Zeugen als Südländer beschriebene Täter entgegenkam, begleitet von zwei Frauen. Der Täter habe den 42-jährigen Frankfurter auf dem Gehweg in arabisch klingenden Worten angesprochen. Als der Rabbiner die Worte nicht verstand und den Täter nach dessen Anliegen fragte, stieß dieser auf Deutsch eine Todesdrohung aus und stach zu, möglicherweise mit einem Taschenmesser.
Nach dem Angriff flüchteten der Messerstecher und seine Begleiterinnen in unterschiedliche Richtungen. Der Verletzte konnte selbst das nahegelegene Krankenhaus aufsuchen, wo er sofort operiert wurde. Nach Angaben der Polizei ist der Zustand des Rabbiners stabil. Es habe laut Ärzten zu keinem Zeitpunkt Lebensgefahr bestanden.
Die Polizei geht nach den bisherigen Ermittlungen nicht von einem gezielten Anschlag aus, sondern von einem "spontanen, zufälligen Zusammentreffen" zwischen Täter und Opfer.
Eine Fahndung nach dem Täter blieb nach Angaben der Polizei ohne Erfolg. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft setzte heute eine Belohnung von 2000 Euro für Hinweise zur Aufklärung der Tat aus. Der Täter soll zwischen 20 und 30 Jahren alt und von mittlerer Größe sein. Er habe kurze dunkle Haare.
Die jüdische Gemeinde in Frankfurt gehört mit über 7000 Mitgliedern zu den vier größten in Deutschland. Zur Gemeinde gehören zahlreiche Einrichtungen, darunter auch Kindergärten sowie eine Schule und ein Altenzentrum. Vorsitzender der Gemeinde ist Salomon Korn, der auch Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland ist.
phw/dpa/Reuters
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