Düsseldorf - Die gebürtige Marokkanerin hatte den angeblichen Hodscha - einen muslimischen Gelehrten - beauftragt, sie von Depressionen zu befreien, erklärten Polizei und Staatsanwalt. Der 33 Jahre alte Mann, der illegal in Deutschland lebt, sei ihr von einer Freundin empfohlen worden. Er habe von der Frau verlangt, literweise Wasser zu trinken und sich in warmes Wasser zu legen. "Sie hat offenbar an die Wirkung des Rituals geglaubt", sagte Staatsanwalt Andreas Stüve.
Im Laufe des mehrstündigen Rituals am Sonntag sei die Frau nach Angaben ihres Ehemanns immer schwächer geworden und habe sich mehrfach übergeben. Als der 47-Jährige den vermeintlichen Heiler darauf aufmerksam machte, habe dieser gesagt, der "böse Geist" in der Frau müsse "leiden". Er habe zusätzlich Salz in das Wasser gegeben und der Frau Essig über den Kopf gegossen. Schließlich sei sie nicht mehr ansprechbar gewesen. Der Ehemann alarmierte einen Notarzt, der angebliche Hodscha floh.
Der Arzt konnte nur noch den Tod der 37-Jährigen feststellen. Eine Obduktion ergab, dass sie ertrunken war. Hinweise des Ehemanns führten die Ermittler nach Viersen, wo sie den "Hodscha" gestern fassten. Gegen ihn und den Ehemann werde wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, sagte der Staatsanwalt. Nach Angaben des Ehemanns hatte sich seine Frau im Sommer bereits in Marokko einem ähnlichen Reinigungsritual unterzogen, woraufhin ihre Depressionen zeitweise abgeklungen seien.
jjc/dpa
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