Kiel - Ein Spezialeinsatzkommando nahm die zwei jungen Männer aus Rellingen im Kreis Pinneberg fest. Den bisherigen Ermittlungen zufolge handelten die beiden Arbeitslosen aus persönlichem Frust. Hinweise auf politische oder fremdenfeindliche Motive lägen nicht vor, erklärte das Landeskriminalamt (LKA). Die Männer seien aber als gewalttätig einzustufen. Demnach stehen sie auch im Verdacht, bereits im Juli mit einer selbstgebastelten Bombe einen Zigarettenautomaten in der benachbarten Ortschaft Ellerbek gesprengt zu haben.
Wie aus Sicherheitskreisen verlautete, wurden bei den Festgenommenen Chemikalien mit sehr großer Sprengkraft sichergestellt. Sie seien in ihrer Wirkung vergleichbar mit jenen Substanzen, die bei den drei Anfang September im Sauerland verhafteten Islamisten gefunden worden waren.
Einer der beiden Männer ist bereits zu einer Bewährungsstrafe wegen Körperverletzung und Beleidigung verurteilt worden, wie ein LKA-Sprecher sagte. Der Mann soll außerdem eine Anleitung zum Bau einer Bombe ins Internet gestellt haben. Bei der Durchsuchung der Wohnungen der Tatverdächtigen wurden Gegenstände sichergestellt. Nähere Einzelheiten wollte der Sprecher nicht nennen.
Nach Angaben einer Polizeisprecherin in Bad Segeberg werden die beiden Männer auch für zwei Buttersäureanschläge von Anfang September und für rund 170 zerstochene Reifen an Autos in Rellingen verantwortlich gemacht. Innerhalb weniger Tage waren Anschläge mit Buttersäure auf ein Unternehmen sowie ein Einfamilienhaus verübt worden. Dabei wurde niemand verletzt.
Gestern Abend hatte ein Sondereinsatzkommando in Rellingen die Wohnungen der beiden 19-Jährigen gestürmt und beide Männer festgenommen. Sie sollen noch heute dem Haftrichter vorgeführt werden.
jjc/AFP/ddp
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