Rellingen - Die zwei Jugendlichen informierten nach Angaben des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein (LKA) die Polizei am Montag. Einen Tag später kam es zur Festnahme der beiden Verdächtigen. Ein dritter Jugendlicher habe zuvor den beiden von dem Vorhaben berichtet, so ein LKA-Sprecher. Dieser war in die Pläne eingeweiht worden, weil er sich an dem Anschlag beteiligen sollte, hatte aber einen Rückzieher gemacht.
Drei Stunden seien die Jugendlichen verhört worden, bevor am Tag darauf Spezialeinheiten die beiden Verdächtigen festnahmen. Am Mittwoch war Haftbefehl gegen die zwei jungen Männer erlassen worden, unter anderem wegen Verabredung zum Mord. Sie sitzen nun wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft.
Ihnen werden noch zahlreiche weitere Delikte vorgeworfen. So sollen sie beispielsweise einen Zigarettenautomaten in die Luft gesprengt, 170 Reifen zerstochen und gefährliche Körperverletzung begangen haben. Den Gesamtschaden bezifferten die Beamten auf mindestens 30.000 Euro. Bei Durchsuchungen in den Wohnungen der 19-Jährigen hatte die Polizei Sprengstoff-Substanzen, DVDs und Computer sichergestellt.
"Derzeit wird das beschlagnahmte Datenmaterial ausgewertet", sagte der LKA-Sprecher. Medienberichten zufolge sollte der Sprengsatz an einem Bierwagen in einer Einkaufsstraße deponiert werden. Nach Angaben des Itzehoer Oberstaatsanwalt Friedrich Wieduwilt hätten die beiden den Tod von Menschen in Kauf genommen. "Wenn jemand draufgegangen wäre, wäre es ihnen egal gewesen." Beide müssten mit längeren Gefängnisaufenthalten rechnen. "Die Straferwartungen liegen in einem Bereich, der in Jahren zu zählen ist", sagte Wieduwilt.
jjc/dpa
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