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04.10.2007
 

Hinrichtung in Texas

Eilantrag 20 Minuten verspätet - Häftling tot

Der Häftling Michael Richard starb, weil das zuständige Gericht am Hinrichtungstag ein Aufschubverfahren nicht mehr zuließ - man wollte dort offenbar die Geschäftszeiten pünktlich einhalten. Richard wurde per Giftinjektion getötet.

Washington - Der Vorfall ereignete sich nur einen Tag, nachdem das Oberste Gericht der USA ankündigte, die Verfassungsmäßigkeit der Giftspritze als Hinrichtungsmethode zu prüfen. Zwei Todeskandidaten aus Kentucky hatten Verfassungsbeschwerde eingelegt.

Am 25. September, einem Dienstag, hatte der Oberste Gerichtshof bestätigt, er werde Anfang 2008 über die Beschwerde beraten.

Die Anwälte von Michael Richard, der wegen Vergewaltigung und Mord vor 20 Jahren verurteilt worden war und am Mittwoch, den 26. September, mit einer Spritze hingerichtet werden sollte, begannen daraufhin einen Wettlauf mit der Uhr.

Um zumindest einen Aufschub für Richard zu erwirken, mussten sie zunächst ein Gesuch beim Obersten Strafgerichtshof von Texas einreichen. Als sie nach einer Computerpanne um 16.50 Uhr bei dem Gericht anriefen, damit dieses 20 Minuten länger als üblich geöffnet bliebe, antwortete ihnen der Gerichtsschreiber: "Wir schließen um 17.00 Uhr." Als sie sich an den Obersten Gerichtshof wandten, der an Abenden mit geplanten Hinrichtungen stets eine Bereitschaft hat, wurden sie nach einigen Stunden ebenfalls zurückgewiesen, weil es keine Stellungnahme eines Richters vor Ort gab.

Richard wurde daraufhin noch am selben Abend mit einer Giftspritze hingerichtet. "Den Tod eines Mannes voranzutreiben, auch eines schlechten Mannes, weil Büroangestellte es nicht über sich bringen, eine bürokratische Prozedur veränderten Umständen anzupassen, ist ein niedriger Akt, der einem den Atem raubt, der von einer Freude am Tode zeugt, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt", kommentierte die "Dallas Morning News".

pad/AFP

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