Atlanta - Der oberste Gerichtshof des US-Staats Georgia ordnete heute die Freilassung des jungen Mannes an. Als 17-jähriger Teenager hatte er im Jahr 2003 bei einer Silvesterparty mit einem zwei Jahre jüngeren Mädchen in beiderseitigem Einverständnis Oralsex. Daraufhin war er wegen Kindesmissbrauchs zu zehn Jahren Haft verurteilt worden.
Der Fall hatte in den USA und international für großes Aufsehen gesorgt. Das Gericht erklärte am Freitag, die gegen den Jungen ausgesprochene Strafe sei unverhältnismäßig und grausam gewesen. "Ich habe die Hoffnung in unser Rechtssystem nie aufgeben", erklärte die Mutter des heute 21-Jährigen erleichtert.
Das Gericht hatte in seiner knapp mit vier zu drei Stimmen angenommenen Entscheidung betont, dass das Gesetz, welches zur Verurteilung des Jungen geführt hatte, inzwischen abgeschafft worden sei. Diese Änderung in der Rechtsauffassung bezüglich oralen Geschlechtsverkehrs in beiderseitigem Einvernehmen komme einem "Erdbeben" gleich, hieß es.
Zahlreiche Abgeordnete und der frühere US-Präsident Jimmy Carter hatten das Urteil 2003 kritisiert. Auch die schwarze Hautfarbe der beiden Teenager soll zur Härte des Urteils beigetragen haben, hieß es damals. Der junge Mann war auf der Feier dabei gefilmt worden, wie er mit dem zwei Jahre jüngeren Mädchen zu Gange war.
reh/AP
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