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01.11.2007
 

Schwulenhass am offenen Grab

US-Fanatiker müssen Millionenstrafe zahlen

Sie stören Beerdigungen getöteter US-Soldaten, spucken auf deren Gräber und wedeln mit Hetz-Plakaten: Nun hat ein Gericht die Westboro Baptist Church zu einer saftigen Strafe verurteilt. Ein Hinterbliebener hatte die Schmähungen nicht ertragen - und bekommt elf Millionen Dollar.

Baltimore - Albert Snyder, der Vater des im Irak getöteten Soldaten, erlitt nach dem Aufmarsch der Aktivisten bei der Beisetzung seines Sohnes Depressionen. Das bestätigte ihm ein Geschworenengericht in Baltimore mit dem Schuldspruch und dem Urteil.

Fred Phelps und Tochter Margie J. Phelps bei einer ihrer Protestaktionen: "Gott hasst Schwuchteln"
AP/ Baltimore Sun

Fred Phelps und Tochter Margie J. Phelps bei einer ihrer Protestaktionen: "Gott hasst Schwuchteln"

Die Westboro Baptist Church vertritt die Auffassung, dass Krieg und der Tod von Soldaten eine Strafe Gottes sind, weil die USA Homosexualität dulden - auch innerhalb der Armee. Während des Prozesses wurden Videoaufnahmen von der Beerdigung gezeigt, auf denen die Demonstranten Transparente mit Aufschriften wie "Gott sei Dank für tote Soldaten" oder "Schwule Soldaten" zeigten.

Der Anwalt der Baptisten hatte argumentiert, eine Beerdigung sei ein öffentliches Ereignis, und deshalb gelte für die Aktionen seiner Mandanten das verfassungsmäßig verbriefte Recht auf freie Meinungsäußerung. Die Geschworenen gaben dagegen dem Kläger Recht und befanden, dass die drei Angeklagten 2,9 Millionen Dollar Schadensersatz und acht Millionen Dollar Strafe zahlen müssen.

Die Westboro Baptist Church um den Prediger Fred Phelps macht immer wieder mit Demonstrationen und Hasstiraden gegen Homosexuelle auf sich aufmerksam. Fred Phelps ist 76 Jahre alt und 13-facher Vater. Zusammen mit den Mitgliedern seiner etwa 80-köpfigen Gemeinde steuert der Reverend regelmäßig Friedhöfe an, auf denen gerade Soldatenbegräbnisse stattfinden. Sie pöbeln herum, bespucken die Gräber und schwingen Plakate, auf denen "Gott hasst Schwuchteln" und ähnliche Aussprüche stehen. Den Trauernden brüllen die fanatischen Demonstranten zu: "Der verrottet in der Hölle!"

Katastrophen wie der 11. September oder Hurrikan "Katrina" seien Gottes Strafen für die Homosexualität, verkündet die Kirche und fordert die Todesstrafe auf die gleichgeschlechtliche Liebe. Phelps brüstet sich mit insgesamt 22.000 Protestaktionen.

Seine kleine Gemeinde ist keiner der großen US-Baptistengemeinschaften angeschlossen.

jjc/AFP

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