• Drucken
  • Senden
  • Feedback
11.11.2007
 

Südafrika

Brutaler Überfall auf Atomforschungszentrum

Sie waren maskiert und schwer bewaffnet: Unbekannte stürmten das Kontrollzentrum von Südafrikas Atomforschungszentrum Pelindaba bei Pretoria. Sie brachen in einen gesperrten Kontrollraum ein und schossen einen Manager nieder.

Johannesburg - Zwei der vier Bewaffneten hätten sich Zugang zu einem elektronisch gesperrten Kontrollraum verschafft und seien auf die Instrumententafel zugestürmt, berichtet die Zeitung "Saturday Star". Dem zuständigen Manager Anton Gerber schossen sie in die Brust - und verschwanden kurz darauf wieder.

Gerbers Gesundheitszustand sei stabil, sagte Polizeisprecher Koos Degenaar der südafrikanischen Wochenzeitung "Sunday Times". "Mehr kann ich zu dem Vorfall nicht sagen, weil es sonst die Ermittlungen der Polizei erschweren würde." Nach den flüchtigen Verbrechern werde gefahndet, Festnahmen habe es bisher jedoch nicht gegeben.

Der Vorfall hatte sich bereits am Donnerstag ereignet. Unklar sind noch die Motive der Täter und was sie in dem Kontrollraum genau gemacht haben.

Unterdessen wurden jetzt zwei Männer verhaftet, die an einem weiteren brutalen Überfall auf das Atomforschungszentrum im Juni beteiligt gewesen sein sollen. Damals wurde der 42 Jahre alte Manager Eric Lerata niedergeschossen.

In Pelindaba waren zur Apartheidzeit mehr als sechs Atombomben gebaut worden, die aber noch vor der demokratischen Wende am Kap entschärft worden waren. Das waffenfähige Uran befindet sich nach offiziell unbestätigten Angaben unter internationaler Aufsicht noch heute auf dem Gelände der Anlage und wird für medizinische Zwecke zur Herstellung von Isotopen genutzt.

Oppositionspolitiker kritisierten den Zwischenfall als ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit des Landes. "Wenn Pelindaba etwa in die Hände von Terroristen fallen würde, könnte die Sicherheit des gesamten Landes in Gefahr gebracht werden", erklärte die Abgeordnete Dianne Kohler Barnard von der Demokratischen Allianz.

Die grassierende hohe Gewalt im Ausrichterland der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 hat in der Vergangenheit auch vor Anlagen mit höchster Sicherheitsstufe wie Botschaften oder Flughäfen nicht Halt gemacht.

jjc/dpa

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
alles aus der Rubrik Justiz

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP