Riad - Der saudische Außenminister Prinz Saud al-Faisal kündigte an, ein Gericht werde den Fall der 19-Jährigen erneut überprüfen. Zugleich protestierte er bei der internationalen Nahost-Konferenz in Annapolis dagegen, dass der Fall dazu benutzt werde, die saudische Regierung und sein Volk zu brandmarken. Bisher hatte sich das saudische Justizministerium extrem zurückhaltend zu dem Fall geäußert - obwohl es weltweit Kritik an der Verurteilung der Frau gab.
Sie hatte im März vergangenen Jahres in der Stadt Quatif mit einem ehemaligen Schulfreund in dessen Auto gesessen, als zwei weitere Männer zustiegen und mit der Frau in ein abgelegenes Gebiet fuhren. Dort warteten noch drei Männer - die die damals 18-Jährige und ihren Schulfreund vergewaltigten.
Ein saudisches Gericht verurteilte daraufhin die Täter zu Gefängnisstrafen von zwei bis neun Jahren - aber auch die junge Frau zu einer Gefängnisstrafe und 90 Peitschenhieben. Denn sie und ihr Schulfreund seien in "unzüchtigem Zustand" im Auto gesehen worden. Sie habe sich allein mit einem Mann getroffen, mit dem sie nicht verwandt war.
Ihr Anwalt Abdul Rahman al-Lahem legte Berufung ein. Der Jurist wurde daraufhin vom Verfahren ausgeschlossen, die Strafe der Frau auf 200 Peitschenhiebe erhöht. Menschenrechtsorganisationen schalteten sich darauf ein. Mehrere Staaten verurteilten die saudische Rechtssprechung - Kanada nannte sie "barbarisch".
jjc
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