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27.12.2007
 

Getötete Kinder

Mutter wollte sich in der Haft umbringen

Die 37-Jährige, die am Weihnachtsmorgen im bayerischen Beratzhausen ihre beiden Söhne erstickt haben soll, befand sich schon seit Längerem in psychiatrischer Behandlung. Laut Staatsanwaltschaft versuchte sie sich nach ihrer Festnahme das Leben zu nehmen.

Regensburg - Mit ihrer Schlafanzughose hatte sich die 37-Jährige in der Untersuchungshaft erdrosseln wollen, wie der Leitende Regensburger Oberstaatsanwalt Günther Ruckdäschel heute auf einer Pressekonferenz sagte. Der Versuch habe jedoch unterbunden werden können.

Die Frau wird verdächtigt, am Weihnachtsmorgen ihre Söhne im Alter von zwei und drei Jahren erstickt zu haben. Sie hat inzwischen ein umfassendes Geständnis abgelegt. Die Mutter habe, so Ruckdäschel, zunächst den Zweijährigen mit einem Kissen zu ersticken versucht. Als das nicht gelang, habe sie ihn mit einem Schal erdrosselt. Danach habe sie den Dreijährigen mit dem Kissen erstickt.

"Die Kinder haben sich gewehrt, so gut sie konnten - aber sie waren zwei und drei Jahre alt", sagte Ruckdäschel. Den Polizisten habe die Mutter ihre Tat habe ruhig und teilnahmslos geschildert. Ob sie bei der Tat unter Medikamenteneinfluss stand, werde noch geprüft.

Nach Angaben der Ermittler hatte die Tatverdächtige Angst, wegen ihrer psychischen Erkrankung die Kinder zu verlieren. Schon seit Längerem sei sie ambulant in Behandlung gewesen und habe Tabletten einnehmen müssen. Auch sei die Frau in Sorge gewesen, die Jungen hätten ihre Krankheit geerbt. "Sie meinte, den Kindern etwas Gutes zu tun", sagte Staatsanwalt Ruckdäschel.

Seinen Angaben zufolge hatte die Frau die Tat schon seit Längerem geplant. So habe sie sich und ihre Söhne zunächst als Geisterfahrerin im Auto töten wollen, diesen Plan dann aber verworfen. Nach außen hin sei für niemanden erkennbar gewesen, dass den Kindern Gefahr drohte. "Es ist niemandem ein Vorwurf zu machen", sagte der Oberstaatsanwalt.

Zurzeit wird die Beschuldigte von einer Gerichtspsychiaterin untersucht, die über die Unterbringung der mutmaßlichen Mörderin in einem Krankenhaus entscheiden soll.

Die beiden Buben waren am Weihnachtsmorgen gegen 7.15 Uhr durch Gewalteinwirkung auf das Gesicht und den Hals gestorben. "Sie sind erstickt", sagte Polizeisprecher Michael Rebele SPIEGEL ONLINE. Die Mutter wurde in ihrer Wohnung im Obergeschoss eines zweistöckigen Hauses festgenommen.

Die Schwiegereltern der Frau, die im Erdgeschoss des Hauses leben, hatten gegen 10.30 Uhr die Kinder leblos im Bad gefunden. Ihnen war laut Polizei die ungewöhnliche Ruhe in der Dachgeschosswohnung aufgefallen.

Der 45 Jahre alte Vater der Kinder, nach Informationen von SPIEGEL ONLINE arbeitet er bei einer Behörde im oberpfälzischen Neumarkt, wurde von der Polizei nur vorübergehend festgehalten. Ein Verdacht gegen ihn ergab sich nicht. Den Ermittlungen zufolge war der Mann am Weihnachtsmorgen gegen 6.30 Uhr zur Arbeit gefahren.

jdl

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