Kirchberg - Die gerichtmedizinische Untersuchung ergab, dass der Junge stark untergewichtig und erheblich dehydriert war. Anzeichen äußerer Gewalteinwirkung waren laut Polizei nicht zu erkennen. Die arbeitslose Frau hatte am Nachmittag des zweiten Weihnachtsfeiertages den Notarzt gerufen, der nur noch den Tod des Kindes feststellen konnte. Ihr wird nun Totschlag durch Unterlassen vorgeworfen.
Der Frau wird laut Polizei vorgeworfen, am Tod ihres zweijährigen Kindes schuld zu sein. Mordkommission und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen des Verdachts des Totschlages durch Unterlassen, hieß es. Die Frau, die allein lebe und weitere zwei Kinder hat, soll den Angaben zufolge an diesem Freitag dem Haftrichter vorgeführt werden.
Nach Angaben der Polizei gehören zu der Familie zwei weitere Kinder, die jedoch wohlauf sind. Der Leiter des Jugendamtes im Zwickauer Land, Gerd Drechsler, sagte, die Mutter des Jungen sei den Behörden bekannt gewesen. Der 23-Jährigen sei gerade erst eine günstige Sozialprognose gestellt worden. Für die Frau ohne berufliche Ausbildung sei eine Qualifizierungsmaßnahme organisiert worden, die sie im neuen Jahr hätte beginnen sollen, sagte Drechsler. Die Familie sei zudem sozialpädagogisch durch die Behörden betreut worden.
Der zweijährige Junge sei bis kurz vor Weihnachten in eine Kinderkrippe gegangen. Dort hätten die Erzieherinnen keine Anzeichen einer Unterernährung bemerkt. Zur Familie gehören noch zwei vier und sechs Jahre alte Jungen. Der Sechsjährige lebt laut Jugendamt in einem Heim, der Vierjährige war über die Weihnachtstage mit dem Freund der Mutter in Chemnitz und Annaberg unterwegs. Der Junge sei jetzt in Obhut genommen worden. Sein Vater, der auch der Vater des zu Tode gekommenen Zweijährigen sei, sitze zurzeit eine Haftstrafe ab.
Unterdessen hat ein Mann aus dem niederbayerischen Eichendorf aus Wut über eine Strafanzeige das Baby seiner Freundin mit Tritten gegen den Kopf zu töten versucht. Wie die Polizei mitteilte, hatte eine Streife den 24-Jährigen am zweiten Weihnachtstag wegen Trunkenheit und Fahrens ohne Führerschein aus dem Verkehr gezogen und nach Hause gebracht.
Als seine Freundin das 15 Monate alte Baby auf der Couch wickelte, auf der auch er lag, biss der Mann es plötzlich brutal in die rechte Wange, trat ihm mehrmals gegen den Kopf, schlug ihm ins Gesicht und versuchte es wegzuschleudern. Dann drohte er das laut schreiende Baby umzubringen.
Die Mutter konnte sich mit dem Kind auf die Straße retten und die Polizei alarmieren. Die Verletzungen waren nicht lebensbedrohlich. Der Ermittlungsrichter ordnete Untersuchungshaft an.
jdl/dpa/ddp/AP
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