Stockholm - Drei Monate Haft und eine Geldbuße in Höhe von 60.000 Kronen (umgerechnet 6337 Euro) verhängte jetzt schwedisches Gericht für den Mann, der seinen Schwiegersohn bei der US-Bundespolizei FBI fälschlicherweise als Qaida-Terroristen angeschwärzt hatte. Leif H. gab demnach zu, dass er im Jahr 2006 mit einer E-Mail an das FBI eine berufliche USA-Reise seines unliebsamen Schwiegersohns verhindern wollte.
Wie aus Gerichsdokumenten hervorgeht, befanden sich der Schwiegersohn und seine Frau zu diesem Zeitpunkt mitten in einer Scheidung. Die Frau wollte ihren Mann nicht in die USA fliegen lassen wollen und verlangt, dass dieser bei ihr und den Kindern bleibt. Als sein Schwiegersohn sich weigerte, schrieb der 53-jährige Schwiegervater die anonyme E-Mail an das FBI. Darin bezeichnete er den Mann seiner Tochter als schwedischen Anhänger des Terrornetzwerks al-Qaida, der sich in den USA mit Konkaktmännern treffen wollte, und fügte Namen und Flugnummer bei. Der ahnungslose Schwiegersohn wurde sofort nach der Landung in Florida festgenommen, verhört und nach einer Nacht im Gefängnis zurück nach Europa geschickt.
Er habe nicht gedacht, dass die US-Behörden "so dumm" seien und ihm glauben würden, hatte sich der 53-Jährige im Prozess verteidigt. Er habe nicht ahnen können, "das die größte Demokratie der Welt so etwas tut". Der schwedische Geheimdienst war dem rachsüchtigen Schwiegervater auf die Spur gekommen, indem er die E-Mail zurückverfolgte.
cjp/AFP/AP
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