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04.02.2008
 

TV-Geständnis

"Die kriegen mich nicht"

Von Anne Huschka, Amsterdam

Es ist einer der spektakulärsten Kriminalfälle der Niederlande: Seit fast drei Jahren wird Natalee Holloway vermisst und ein junger Mann verdächtigt, ihr etwas angetan zu haben. Jetzt hat Joran van der Sloot vor versteckten Fernsehkameras eine schreckliche Tat beschrieben.

Amsterdam - Ihre Spur verliert sich am Strand von Aruba: Seit dem 30. Mai 2005 ist Natalee Holloway verschwunden. Die damals 18-jährige US-Amerikanerin war mit fünf Freunden auf die Urlaubsinsel geflogen. Am letzten Abend, nach viel Alkohol, verließ sie gegen 1.30 Uhr den Nachtclub Carlos 'n' Charlie's und ließ sich mit dem seinerzeit 17-jährigen Joran van der Sloot an einem menschenleeren Strand absetzen. Seitdem gibt es keine Spur mehr von ihr.

Aufwendige Suchaktionen - die Niederlande schickten drei Düsenjäger in das Urlaubsparadies - und eine Belohnung von bis zu einer Million Dollar trugen wenig zur Lösung des Falles bei. Zweimal, 2005 und 2007, wurde Joran van der Sloot unter Tatverdacht festgenommen. Er verstrickte sich in Lügen: Zuerst gab er an, Holloway in ihr Hotel zurückgebracht zu haben. Auf den Bändern der Überwachungskameras des Holiday Inn ist das allerdings nicht zu sehen.

Dann sagte er, das Mädchen auf eigenen Wunsch allein am Strand zurückgelassen zu haben. Dies sei ihm unangenehm gewesen, deshalb habe er zuvor eine anderslautende Aussage gemacht. Auf Rat seines Vaters, selbst Jurist, schwieg von der Sloot in den weiteren Befragungen eisern.

Mysteriöser Fall ohne Leiche

Fakt ist, dass van der Sloot, der mit seinen Eltern auf Aruba wohnte, gegen 3 Uhr zu Hause war, denn Spuren belegen, dass er wenig später im Internet surfte. In anderthalb Stunden ein Techtelmechtel am Strand, einen Mord begehen und die Leiche verschwinden lassen? Der Fall wirft seitdem zahlreiche Fragen auf und beschäftigte die Presse in den Niederlanden, den USA und auf Aruba ausgiebig.

Ein mysteriöser Fall ohne Leiche, ein lügender Tatverdächtiger und keine eindeutige Spur, dafür viel Aufmerksamkeit - das ist ein Fall für Peter Rudolf de Vries. Der 51-Jährige hat sich als "Kriminaljournalist" einen Namen gemacht und eine eigene Show beim Privatsender SBS 6: "Peter R. de Vries, Kriminaljournalist. Die Sendung, die untersucht, demaskiert, anklagt und verteidigt." Er konnte einen der Entführer von Brauereidirektor Freddy Heineken ausfindig machen. Auch wies de Vries nach, dass die Braut des niederländischen Prinzen Johan Friso, Mabel Wisse Smit, eine Beziehung zu einer Amsterdamer Unterweltgröße hatte. Johan Friso verlor daraufhin seinen Rang in der niederländischen Thronfolge.

Nun also "Der Fall Holloway". De Vries konzentrierte sich von Anfang an auf Joran van der Sloot. Bereits im November 2006 beschuldigte er van der Sloot in seiner Sendung der Mitschuld am Verschwinden des Mädchens - ohne handfeste Beweise. Dann der anscheinende Glücksfall: Patrick van der Eem, ein auf Aruba geborener, in den Niederlanden lebender Unternehmer, bietet dem Journalisten seine Dienste an. Van der Eem habe van der Sloot im Casino von Nijmegen kennen gelernt und dessen Vertrauen gewonnen, weil er "auch die Sprache der Straße spricht", so de Vries in seiner Sendung. Der 34 Jahre alte Lockvogel gab sich als zwielichtiger Kumpel aus und imponierte so seinem jüngeren "Freund".

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