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06.02.2008
 

Hildesheim

128-Kilo-Mann zerquetschte Ehefrau

Körperverletzung mit Todesfolge: Ein Mann aus Niedersachsen muss für fünf Jahre ins Gefängnis, weil er seine Frau zu Tode quetschte. Er hatte sich bei einem Streit auf seine Frau gesetzt und ihr die Rippen gebrochen.

Hildesheim - Der übergewichtige 50-Jährige wog zur Tatzeit 128 Kilo. Er hatte zugegeben, einen Streit mit seiner Frau gehabt und sich auf sie gesetzt zu haben. Eine Tötungsabsicht bestritt er jedoch.

Das Opfer, seine 46-jährige Ehefrau, die nur halb soviel wog wie ihr Mann, erlitt bei der Attacke 18 Rippenbrüche und starb vier Wochen später qualvoll. Der Mann, der als Busfahrer arbeitet, wurde noch im Gerichtssaal verhaftet, da nach Ansicht des Gerichts Fluchtgefahr bestand.

Der Angeklagte hatte in der Verhandlung von einem Unfall gesprochen - er sei lediglich unglücklich auf seine Frau gestürzt.

Laut Gutachter muss er jedoch mindestens zwei Minuten auf der 63 Kilogramm schweren Frau gesessen haben. "Die Tat hatte ihre Ursache in den ehelichen Verhältnissen", sagte der Vorsitzende Richter Ulrich Pohl in seiner Urteilsbegründung. Der Angeklagte habe seine Ehefrau öfter geschlagen.

Das Opfer war erst einige Tage nach dem Angriff im Krankenhaus behandelt worden. Die Ärzte stellten aber lediglich drei Rippenbrüche fest und entließen die Frau rasch wieder. Die Kammer geht in diesem Fall von einem Behandlungsfehler der Radiologen in der Klinik aus, da ein Gutachter auf dem Röntgenbild auf Anhieb mehr als ein Dutzend Brüche an den Rippen festgestellt hatte. Mit 18 Brüchen hätte die Frau im Krankenhaus bleiben müssen, hieß es in der Verhandlung.

"Es war ein qualvolles, über Wochen sich hinziehendes Sterben", betonte Pohl. Der Angeklagte sei einfach untätig geblieben. Der 50-Jährige hatte ausgesagt, er sei niemals davon ausgegangen, dass seine Frau sterben könnte. Die Kammer folgte mit ihrem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte für eine Bewährungsstrafe plädiert.

pad/dpa

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