Washington - Mit 2,3 Millionen Häftlingen liegen die Vereinigten Staaten dem Pew Center zufolge vor China mit 1,5 Millionen und Russland mit 890.000. Damit sitze einer von 100 Amerikanern im Gefängnis, hieß es in der gestern veröffentlichten Studie. Die Vereinigten Staaten inhaftieren mehr Menschen als jedes andere Land der Welt", heißt es in dem Bericht.
Von 1987 bis 2007 habe sich die landesweite Zahl der Häftlinge fast verdreifacht. Hintergrund seien strengere Gesetze, eine Rekordzahl von Drogen-Verbrechen und hohe Kriminalitätsraten. Die Zunahme der Häftlingszahl gehe jedoch nicht mit einem Rückgang der Verbrechens- noch der Rückfallquote einher.
Besonders betroffen sind der Studie zufolge die Minderheiten im Land: Demnach sitzt jeder neunte Schwarze zwischen 20 und 34 Jahren im Gefängnis. Bei den afroamerikanischen Frauen zwischen 35 und 39 Jahren ist es jede 100., bei den weißen Frauen im selben Alter jedoch lediglich jede 355.
Der Bericht rät den US-Staaten, die Anzahl der Inhaftierten zu verringern und weniger gefährliche Täter nicht mehr so oft einzusperren. Die steigende Anzahl der Häftlinge belaste die Staaten mit in die Höhe schießenden Kosten und habe keine eindeutige Wirkung auf die Kriminalität.
Die 50 Staaten hätten vergangenes Jahr über 49 Milliarden Dollar (rund 32,4 Milliarden Euro) für die Gefängnisse ausgegeben, vor 20 Jahren seien es noch elf Milliarden Dollar (rund 7,3 Milliarden Euro) gewesen, schreibt das Institut.
jdl/Reuters/AP
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