New York - Es ist eine erste Spur, die die Ermittler zu den Tätern führen könnte: Der Brief beinhalte ein "Manifest" gegen den Irak-Krieg, berichtete der Fernsehsender Fox. Das Schreiben ende mit den Worten "Wir haben es getan", bestätigten Sicherheitskreise. Ihnen zufolge soll der Brief bereits vor dem Anschlag in mehreren Büros des US-Kongresses eingegangen sein. Die ermittelnden Behörden wollten sich zu dem Bekennerschreiben bislang nicht äußern, auch nicht, welche Abgeordneten einen Brief erhalten hätten.
Der Brief enthalte ein Foto, das einen Mann vor dem Rekrutierungsbüro in der 43. Straße von New York zeigt, berichtet AP. Dort, mitten im Touristenviertel um den Times Square, war gestern Morgen ein Sprengsatz explodiert. Der Mann breite seine Arme weit aus und halte jenes politische "Manifest" in den Händen.
Bei dem Anschlag wurde niemand verletzt, lediglich eine Glastür des Bürogebäudes wurde zerstört. Der Sprengsatz war laut Polizei eher schlicht zusammengebaut, hatte aber das Potential, Menschen zu verletzen oder sogar zu töten. Der Times Square sei "die Kreuzung der Welt", sagte Raymond Kelly von der New Yorker Polizei auf einer Pressekonferenz. "Und das beunruhigt uns."
Die rund 1600 Rekrutierungsbüros der Armee im ganzen Land, in denen neue Soldaten angeworben werden, wurden in Alarmzustand versetzt und um besondere Vorsicht gebeten, erklärte Armee-Sprecher Douglas Smith. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg sprach von einem feigen Anschlag, für den die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden. Er greife jeden an, der eine Uniform trage und irgendwo auf der Welt stationiert sei, sagte Bloomberg. "Wir werden solche Anschläge nicht dulden."
Augenzeugen hatten direkt nach der Explosion einen verdächtigen Fahrradfahrer mit Kapuze und Rucksack beobachtet. Auf der Pressekonferenz wurde ein entsprechendes Video gezeigt. Jedoch sind die Aufnahmen nach Polizeiangaben zu düster, um eine detaillierte Personenbeschreibung abgeben zu können. Noch ist unklar, ob die Person auf dem Rad etwas mit dem Anschlag zu tun hat. Die Gegend war nach der Explosion weiträumig abgesperrt, der U-Bahn-Verkehr zeitweilig eingestellt worden.
Ähnliche Anschläge hat es bereits gegeben: Im Oktober vergangenen Jahres auf die mexikanische und im Mai 2005 auf die britische Vertretung in New York. In beiden Fällen wurden Spielzeuggranaten verwendet, die man mit Schwarzpulver gefüllt und einer Lunte versehen hatte.
Das auffällige Rekrutierungsbüro der Armee am Times Square existiert dort seit den vierziger Jahren. Vor acht Jahren wurde es für 1,5 Millionen Dollar aufwendig restauriert. Es dient oft als Treffpunkt bei Anti-Kriegs-Demonstrationen.
jjc/AP/AFP
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