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Ausbeutung Wie Kinder weltweit versklavt werden

2. Teil: 20.000 Kinder sterben jedes Jahr durch Arbeit

Anlässlich des heutigen Internationalen Tages gegen Kinderarbeit verweist die ILO auf die alarmierenden Ergebnisse ihres Reports zur Kinderarbeit. Demnach müssen weltweit 165 Millionen Kinder im Alter zwischen 5 und 14 Jahren arbeiten - und dies unter teilweise extrem gefährlichen Bedingungen. Der Hilfsorganisation Terre des Hommes zufolge kommen jedes Jahr mindestens 20.000 Kinder durch Arbeitsunfälle ums Leben.

Die Vereinten Nationen haben sich ein hohes Ziel gesteckt: Bis zum Jahr 2015 sollen möglichst viele Kinder wenigstens die Grundschule abschließen, Mädchen und Jungen dabei gleichermaßen berücksichtigt werden. Die kompromisslose Durchsetzung der allgemeinen Schulpflicht oder gezielte Bildungsprogramme für arbeitende Kinder sollen in Zukunft helfen.

Um etwas zu verändern, ist auch der Verbraucher hierzulande gefragt: "Große und kleine Unternehmen, Hilfswerke und Gewerkschaften engagieren sich bereits, um die Ausbeutung von Kindern zu beenden. Nur der Großverbraucher Öffentliche Hand schließt Produkte aus Kinderhand noch immer nicht aus", sagt Barbara Küppers von Terre des Hommes.

Der Bundestag wird in den kommenden Monaten über die Umsetzung der EU-Vorgaben zur Reform der Beschaffung von Bund, Ländern und Kommunen debattieren. Aus diesem Anlass hat die Kinderhilfsorganisation "Terre des Hommes" die Abgeordneten des Deutschen Bundestages dringend ersucht, bei dieser Reform auch soziale Kriterien wie das Verbot von Kinderarbeit zu berücksichtigen.

Kinderarbeit steckt nicht nur in günstigen Produkten

Bund, Länder und Kommunen geben pro Jahr 360 Milliarden Euro für sogenannte Beschaffungen aus. Das sind zum Beispiel Natursteine für Straßenpflaster und öffentliche Gebäude, Berufskleidung, Sportbälle, Kaffee, Tee oder Orangensaft. Immer sind darunter auch Produkte, die unter menschenunwürdigen Bedingungen von Kinderhand gefertigt wurden.

"Bis heute haben bereits die Länder Bayern, Bremen, Saarland und Sachsen und über hundert Städte und Gemeinden erklärt, dass sie in ihrer Beschaffung das Verbot ausbeuterischer Kinderarbeit berücksichtigen werden", sagte Peter Mucke, Geschäftsführender Vorstand von "Terre des Hommes". Doch auch kritische Verbraucher können sich täuschen: "Weit verbreitet ist die Meinung, dass Kinderarbeit sich in günstigen Produkten versteckt. Das ist aber nicht zwangsläufig der Fall", warnt Heuer von "Terre des Hommes".

Für Gabriela de Jesus sind diese Fragen akademischer Natur. Das ehemalige Hausmädchen wird sich nun vorrangig ein neues Leben aufbauen: "Ich will die verlorene Zeit nachholen, Freundschaften erleben - und zur Schule gehen."

Mit Material von dpa und AFP

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