Von Martin Heller
Potsdam - Heike Dietzel war gewarnt. Die Schulleiterin der Internationalen Grundschule in Potsdam kämpft seit zwei Jahren mit Anwohnern im schicken Stadtteil Babelsberg. Die Nachbarn klagen über Kinderlärm. Es gab bereits Beschwerdebriefe und eine Unterschriftensammlung. Dazu eine Menge Ungereimtheiten.
Feuerwehrleute an der ausgebrannten Grundschule: Feuerteufel leistete "ganze Arbeit"
Auf dem Schulgelände sammeln sich am Tag nach dem Großbrand einige Schüler und ihre Eltern. Louis aus der dritten Klasse findet seine Brille wieder und einen Zirkel. Klassenkamerad Lais hält seinen Füller in den Händen. Hortleiterin Joanna Plage steht der Schock immer noch ins Gesicht geschrieben. "Es ist zum Weinen", sagt sie und dann schießen ihr Tränen in die Augen.
Immerhin: Das Sekretariat befindet sich in einem nicht komplett zerstörten Gebäudeteil. Die Zeugnisse wurden gerettet und am Morgen nach dem Feuer in einem Potsdamer Theater an die Schüler übergeben.
Es ist eine provisorische Zeremonie mit Kindern, die Geige spielen, und ganz viel Emotionen. Oskar träumt, als er aufgerufen wird. Dann umarmen ihn seine Lehrer. Die Zeugnisse sind bei fast allen gut ausgefallen.
Schulleiterin Dietzel schaut in ihrer kurzen Rede nach vorn. Nächstes Jahr wird in einem neuen Gebäude unterrichtet werden, sagt sie. Nicht wegen des Feuers und auch nicht wegen der Nachbarn. Der Platz hat nicht mehr gereicht. Die Schülerzahlen steigen. Privatschulen liegen schließlich im Trend.
Auf dem umstrittenen Grundstück sollte nach den Ferien ein privater Kindergarten vom gleichen Trägerverein einziehen. Jetzt stört hier erstmal der Lärm der Abrissarbeiten.
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