Rio de Janeiro - Zeitungsberichten zufolge fand der Einsatz am Montagnachmittag (Ortszeit) im Armenviertel Mangueirinha im Bezirk Duque de Caxias statt. Alle Todesopfer seien Verbrecher gewesen, versicherte ein Polizeisprecher. Nur ein Beamter sei verletzt worden.
Auslöser der stundenlangen Schießerei war den Angaben zufolge der Diebstahl eines Bierlasters. Auf der Suche nach dem Fahrzeug sei die Besatzung eines Polizeiwagens im Slum in die Enge getrieben worden. Die Beamten hätten Verstärkung angefordert.
Daraufhin hätten Dutzende von Polizisten, darunter Elitebeamten, das Viertel unter anderem mit Panzerwagen und einem Hubschrauber gestürmt, hieß es. Bei der Aktion nahm die Polizei nach eigenen Angaben fünf Männer fest. Außerdem seien Waffen und Drogen sichergestellt worden.
Bewohner des Viertels und Angehörige der Getöteten gingen am Abend auf die Straßen, um gegen den Polizeieinsatz zu protestieren.
Gewalttätige Razzien sind in Favelas, den Armenvierteln Rios, in den vergangenen Monaten immer häufiger geworden. Erst vor zwei Wochen wurden in Minha Deusa neun Menschen bei einem Polizeieinsatz getötet.
Immer wieder kommt es bei den brachialen Einsätzen zu schrecklichen Szenen. Allein zwischen Januar und April wurden nach amtlicher Bilanz 75 Zivilisten erschossen. Unter den Opfern waren in diesem Jahr auch Kinder und Rentner. Menschenrechtsorganisationen beklagen, dass die Polizei sich kaum um die Rechte der ärmeren Bürger schert.
jdl/dpa
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