Bielefeld/Wuppertal - Jan Zocha gilt als sehr intelligent - und sehr gefährlich: Im Juli 2005 wurde er vom Landgericht Düsseldorf zu zwölf Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Dem mehrfach vorbestraften Serienräuber konnten 14 Banküberfälle in den Jahren 2002 und 2003 nachgewiesen werden.
Im Februar 2008 hatte er versucht, zwei Beamte der Justizvollzugsanstalt Bielefeld als Geiseln zu nehmen. Er schüttete den beiden Justizbeamten kochendes Wasser ins Gesicht, dann gab es eine Verpuffung. Nachdem er überwältigt worden war, entdeckten die Ermittler in seiner Zelle die Sprengsätze.
Zunächst hatte die Gefängnisleitung einem Bericht des "Westfalen-Blatts" zufolge angenommen, es habe sich um selbstgebastelte Bomben aus Zucker und dem Abrieb von Streichholzköpfen gehandelt.
Nun aber hat das Landeskriminalamt in einem Gutachten festgestellt, dass Zocha in seiner Bielefelder Zelle Sprengsätze gebaut hat. Das sagte Staatsanwalt Christoph Mackel in Bielefeld und bestätigte einen Bericht der Zeitung.
In den Sprengsatzdosen seien Granulatanhaftungen gefunden worden. Dabei handele es sich um Nitrozellulose, ein Treibladungspulver, das auch in Schrotpatronen enthalten sei.
Wie das Treibsatzpulver in den Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses gelangen konnte, sei noch unklar, sagte Mackel. Es werde weiter ermittelt. Das Düsseldorfer Justizministerium nahm laut "Westfalen-Blatt" bislang nicht Stellung zu den Untersuchungsergebnissen. Ralph Neubauer, Sprecher des Justizressorts, habe auf das noch ausstehende Gutachten verwiesen.
Der Gefangene war nach der versuchten Geiselnahme in die JVA Wuppertal verlegt worden. Insgesamt hat Zocha bereits mehr als 16 Jahre hinter Gittern verbracht. Zweimal hat er versucht, zu entkommen, zuletzt aus der sauerländischen Haftanstalt Fröndenberg.
han/dpa
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