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11.08.2008
 

Missbrauchsvorwürfe gegen Priester

Ermittler prüfen Suizid eines möglichen Opfers

Schrecklicher Verdacht: Nach den Missbrauchsvorwürfen gegen einen Bamberger Domkapitular prüft die Staatsanwaltschaft den Jahre zurückliegenden Suizid eines jungen Mannes. Der frühere Internatsschüler könnte von seinem ehemaligen Lehrer missbraucht worden sein.

Bamberg - Die Behörde muss handeln: Es seien Gerüchte laut geworden, wonach der junge Mann ein Missbrauchsopfer des 63-jährigen Priesters gewesen sei und sich aus Verzweiflung getötet habe, sagte der Bamberger Oberstaatsanwalt Joseph Düsel am Montag. "Wir versuchen, dem jetzt noch mal nachzugehen."

Das Bistumshaus Sankt Otto in Bamberg: Verjährte Vorfälle
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DDP

Das Bistumshaus Sankt Otto in Bamberg: Verjährte Vorfälle

Der ehemalige Gymnasiast habe sich 1990 im Alter von 23 Jahren das Leben genommen. Bei den ersten Ermittlungen sei aber kein Zusammenhang mit dem Aufenthalt des jungen Mannes auf dem Knabengymnasium Ottonianum festgestellt worden, sagte Düsel.

Auch prüften die Ermittler, ob der Domkapitular 1991 den Eltern eines anderen mutmaßlichen Opfers 20.000 Mark gegeben haben soll. Der betroffene ehemalige Internatsschüler sei aber bereits polizeilich vernommen worden und habe eine solche Zahlung nicht erwähnt.

Dem inzwischen von seinen Ämtern zurückgetretenen Domkapitular wird vorgeworfen, während seiner Zeit als Leiter des Ottonianums in Bamberg zwischen 1976 und 1991 vier Schüler sexuell missbraucht zu haben. Die Vorfälle wurden im Mai dieses Jahres bekannt. Sie sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft bereits verjährt.

Trotz eines kürzlich gestarteten Aufrufs an weitere potentielle Opfer oder Zeugen, sich bei den Ermittlungsbehörden zu melden, seien bisher keine neuen Missbrauchsvorwürfe bekannt geworden, sagte Düsel. Entsprechend gebe es auch keine Anhaltspunkte für eine Straftat des 63-Jährigen, die noch nicht verjährt sei.

jdl/AP

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