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21.08.2008
 

Identifizierte Kinderleiche

Michelle aus Leipzig wurde ermordet

Aus einer Vermutung ist traurige Gewissheit geworden: Die achtjährige Michelle aus Leipzig ist tot - ihre Leiche wurde in einem Tümpel im Stadteil Stötteritz entdeckt. Laut Obduktionsbericht wurde das Mädchen ermordet.

Leipzig - Die Polizei bestätigte am Donnerstagabend, dass es sich bei der am Mittag in einem Teich gefundenen Kinderleiche um das Mädchen handele. Laut Obduktionsbericht wurde das Mädchen ermordet, bestätigte die Polizei dpa.

Der Landespolizeipräsident in Sachsen, Bernd Merbitz, hatte bereits am Nachmittag um Worte gerungen, als er noch nicht hundertprozentig sicher wusste, dass es sich bei der Wasserleiche um die kleine Michelle handelt. Jetzt ist die traurige Vermutung wahr geworden. Der Fundort ist nur etwa einen Kilometer Luftlinie vom Elternhaus der Achtjährigen entfernt.

Ein Passant hatte gegen 12.45 Uhr die Kinderleiche im Südosten Leipzigs gefunden. Der leblose Körper lag im Tümpel eines Wäldchens im Stadteil Stötteritz unweit des Heimwegs des Mädchens. Das Gelände wurde weiträumig abgesperrt. Experten der Polizei sind nach Polizeiangaben zur Spurensicherung vor Ort.

Aufgrund der Spurensicherung konnte die Leiche nicht sofort aus dem Teich geborgen und identifiziert werden, wie eine Polizeisprecherin sagte. Wie es zu dem Fund gekommen war, nachdem mehr als hundert Polizisten die Gegend bereits drei Tage lang durchkämmt hatten, blieb zunächst unklar.

Ihre Eltern hatten Michelle am Montagnachmittag als vermisst gemeldet, als das Mädchen nicht vom Spielen aus dem Ferienhort zurückgekehrt war. Der Hort liegt nur zehn Minuten zu Fuß von der elterlichen Wohnung entfernt.

Eine Sonderkommission mit bis zu 150 Polizisten und Spezialisten hatte nach dem Mädchen gesucht. Zum Einsatz kamen auch Spürhunde, die Reiterstaffel und ein Hubschrauber. Die Ermittlungen konzentrierten sich hauptsächlich auf die beiden Stadtteile, die an Schule und Wohnung des Mädchens grenzten.

Die Polizei überprüfte nach eigenen Angaben auch die Aussage einer Schulfreundin von Michelle. Die Achtjährige soll kurz vor ihrem Verschwinden gesagt haben, dass sie noch einmal zu "L." gehe. Ein Polizeisprecher sagte, es sei aber bislang vollkommen unklar, wer oder was "L." sei.

Aus der Bevölkerung hatte es zahlreiche Hinweise gegeben. So will ein Mitschüler Michelle vor ihrem Verschwinden am Montag mit einem Fremden auf einer Parkbank gesehen haben. Die Polizei überprüfte auch einschlägig vorbestrafte Triebtäter, die in dem Stadtteil gemeldet sind.

Im Februar 2007 hatte der Fall Mitja in Leipzig für Aufsehen gesorgt. Ein vorbestrafter Sexualstraftäter hatte den Neunjährigen entführt, missbraucht und anschließend umgebracht.

jjc/AP/AFP/dpa

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